Hotel Kronenhof: Jungbrunnen im Allgäu
Fasten, Kräuter, Bewegung und Kreativität: Im Hotel Kronenhof in Oberstaufen dreht sich alles darum, neue Energie zu tanken. Familie Aigner verbindet jahrzehntelange Fastentradition und modernes Wissen über Ernährung und Heilkräuter mit der Überzeugung, dass Verzicht vor allem eines sein kann: ein Glücksgefühl.
Fasten: Wenn weniger mehr wird
Fasten klingt zunächst nach weniger. Im Kronenhof in Oberstaufen merkst du aber ziemlich schnell, dass es auch andersherum funktioniert. Plötzlich nimmst du mehr wahr: der bittere Geschmack einer Brennnessel, der Duft von Lindenblüten, der eigene Atem beim Yoga und der Mensch, der dir beim Abendessen gegenüber sitzt.
Monika Aigner kennt diese Welt seit Jahrzehnten. Die Heilkräuterexpertin und Gastgeberin ist studierte Ökotrophologin, sprich, sie beschäftigt sich mit den naturwissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten von Ernährung und Alltag. Sie fastet selbst zweimal im Jahr. Die klassische Schrothkur nennt sie lieber „Glückskur“. Denn dogmatisch soll hier gar nichts sein. Im Hotel Kronenhof gibt es unterschiedliche Formen des Fastens – und bei manchen darf sogar ein Glas Wein dazugehören.
Kronenhof im Allgäu: Fastenhotel mit Geschichte
Das Hotel Kronenhof liegt im Ortskern von Oberstaufen im Allgäu – und doch mitten im Grünen. Die Krone im Hotellogo führt zurück zu den Anfängen: Sie stammt aus dem Familienwappen des Hofes. Bevor hier gefastet wurde, wurde Landwirtschaft betrieben. Der Kronenhof war ursprünglich ein Bauernhof und wird seit den 1920er-Jahren innerhalb der erweiterten Familie weitergegeben. Monikas Eltern begannen mit der Zimmervermietung, aus dem Hof wurde schließlich ein Hotel.
Die Bilder im Restaurant sind bis heute flüsternde Zeitzeugen dieser Geschichte. Erhalten geblieben ist auch die alte, holzvertäfelte Stube mit ihrer niedrigen Decke und der umlaufenden Sitzbank. Hier sitzt du beim Heilfasten, damit du nichts von bunten Smoothies, basischem Frühstückskuchen oder knackigen Salatvariationen mitbekommst, die andere Fastende serviert bekommen.
Veränderung als Konstante
Die größten Veränderungen haben Monika und ihr Mann Christian Aigner angestoßen. „Seit 18 Jahren sind wir stetig am Bauen und Weiterentwickeln – stets mit dem Blick darauf, so sinnvoll wie möglich zu bauen“, erzählt der Agraringenieur. Das ehemalige Bauernhaus wurde umfassend renoviert, 2022/23 kam der durchdachte Neubau dazu. Das Paar investierten rund zwölf Millionen Euro – finanziert mit Unterstützung einer regionalen Bank und ohne Investoren.
Inzwischen ist bereits die nächste Generation im Hotelbetrieb eingebunden: Die drei Kinder der Aigners, Johannes, Katharina und Maria, sind im Kronenhof aufgewachsen. Johannes absolvierte eine Ausbildung zum Hotelfachmann und ein Tourismusstudium und unterstützt heute im Marketing. Katharina studierte Kulturwissenschaft und bildet sich derzeit zur Yoga-Lehrerin weiter. Maria, die jüngste, macht gerade ihre Ausbildung zur Kauffrau für Hotelmanagement.
Kur- und Fastenurlaub in Oberstaufen
Die Fastentradition reicht im Kronenhof weit zurück. Oberstaufen blickt als weltweit einziges anerkanntes Schroth-Heilbad auf eine lange Geschichte. Im heutigen Vier-Sterne-Superior-Hotel fanden bereits in den 1960er-Jahren die ersten Schrothkuren statt. „Im Vergleich zu früher ist die Schrothkur heute ein Schlemmermenü“, lacht Monika.
Neben der klassischen Schrothkur bietet der Kronenhof heute Basenfasten, Heilfasten, Intervallfasten und das eigens entwickelte Aigners Fasten an. „Die Fastenformen unterscheiden sich vor allem darin, wie stark die Kalorienzufuhr reduziert wird – vom Heilfasten mit nur 300 kcal täglich bis zum sanfter angelegten Basenfasten mit bis zu 1.300 kcal pro Tag“, erklärt die Hotelière.
Als Ernährungswissenschaftlerin und Fastenexpertin beschäftigt sie sich seit über 30 Jahren mit dem Thema. „Fasten ist wie ein Jungbrunnen“, ist sie überzeugt. Welche Art Fasten am besten zu dir passt, erfährst du durch eine Beratung. Während deines Fastenurlaubs stehen Monika und ihr fachkundiges Team aus Ärzt*innen und Therapeut*innen dir begleitend zur Seite.
Fasten, das verbindet
Gefastet wird im Hotel Kronenhof nicht einsam. Wer möchte, nimmt an einem der runden Gemeinschaftstische Platz. Dort sitzen Medizinerinnen neben Handwerkern, Fastenprofis neben Menschen, die zum ersten Mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, Gewohnheiten für eine Zeit lang loszulassen.
„Das gemeinsame Fastenerlebnis erdet und verbindet die Menschen“, sagt Christian. So entstehen Gespräche und manchmal sogar Freundschaften. Ergänzt wird die Fastenzeit durch ein buntes Wochenprogramm mit viel Bewegung, Ruhe, Kreativität sowie Leberwickel, Schrothpackungen, Lymphdrainage oder Massagen.
Kräuterwissen: Monikas wilde Hausapotheke
„Kräuter ist ein Stichwort, wo du bei mir offene Türen einrennst“, ist Chefin Monika sofort in ihrem Element. Die Gesundes-Bayern-Expertin begibt sich selbst auf die Suche und sammelt Kräuter im Hotelgarten und in den Allgäuer Bergen, um hauseigene Teemischungen herzustellen. Damit kümmert sie sich um ein Thema, das beim Fasten besonders viel Raum einnimmt: viel Trinken.
Einen Einblick in die Kräutervielfalt bietet die Teebar, an der gerade Lindenblüten und Lavendelblüten trocknen und du die drei hauseigenen Teemischungen findest. „Jede Mischung ist für einen anderen Moment des Tages gedacht“, erzählt Monika: „Morgens startest du deinen Tag mit einem Hallo-Wach-Tee mit Mähdesüß, der dich in Schwung bringt. Tagsüber gibt’s Basen-Detox-Tee mit über 20 Kräutern und vielen Bitterstoffen zum Entschlacken und zum Ausgleich deines Säure-Basen-Haushalts. Runterfahren kannst du abends mit dem Träum-Schön-Tee mit Melisse, Baldrian und Lavendel.“
Auszeit für alle Sinne im Gesundheitshotel
Ein Erlebnis für alle Sinne ist das Tee-Tasting. Im geschwungenen Regal aus Tischlerhand siehst du verschiedenste getrocknete Kräuter. Monika nimmt einige Gläser mit Lindenblüten, Brennnessel, Holunder und Frauenmantel heraus für das Tee-Ritual. Nacheinander werden vier Kännchen mit ausgewählten Kräutern mit heißem Wasser aufgebrüht und nach der Ziehzeit verteilt.
Du nippst dich durch die Auswahl und begibst dich auf die Spuren des Geschmacks: mal leicht wie Lindenblüte, mal bitter wie Brennnessel. Bitterstoffe sind auch die kleinen großen Superstars beim Fasten, die den Verdauungsapparat in Schwung bringen. Du findest sie im Tee, im hausgemachten Sauerkrautsaft, dem selbst angesetzten Oxymel oder in der Schafgarbe, die deinen Teller mit basischem Gemüse, Kartoffelspalten und veganem Dip abends ziert. Plötzlich bekommt Geschmack eine Aufmerksamkeit, die im Alltag gerne einmal verloren geht.
Das Kronenhof-Team organisiert auch Vorträge rund ums Fasten und kreative Workshops. Du versuchst dich beim Malen von Aquarell-Postkarten oder dem Gestalten von Moosbildern, stellst deine Sinne beim Sensorik-Training auf die Probe, nimmst beim Yoga teil oder begibst dich mit Hotelier Christian auf eine Wanderung. Verpasse nicht das Dinkel-Vollkornbrot backen mit Köchin Johanna. Im Hotel Kronenhof geht’s neben einem Reset für den Körper auch ums Wahrnehmen, Bewegen und Ausprobieren – und darum, den Tag einmal anders zu füllen als sonst.
Die grüne Oase im Ortszentrum
Das Hotel Kronenhof ist umgeben von sattem Grün – die Gastgeberfamilie nennt es liebevoll „die grüne Oase“. Im 10.000 Quadratmeter großen Garten steht die Welt still. Fast. Die mächtige Birke wiegt sich im Wind und flüstert ein sanftes Lied, ein Rotkehlchen stimmt freudig mit ein und eine voll Blütenstaub beladene Biene brummt vorbei. Inmitten der Idylle vergisst du ganz, dass du dich mitten im Ort Oberstaufen im Allgäu befindest.
Heimische Bäume, Blumen und Gräser, die bereits zum ursprünglichen Bauernhof gehörten, sind die Hauptdarsteller in der Gartenanlage. Auch Lärchen, mehrjährige Wiesen, große Bäume für Schatteninseln und regionale Nagelfluhsteine spielen eine Rolle. Christian ist studierter Agrarwissenschaftler und kümmert sich als Hausherr um die Entwicklung und das Nutzungspotenzial der grünen Oase.
Auch der Hauswald mit Fichten, Tannen, Linden und Birken gehört dazu. Über Hackschnitzelwege geht es hinein ins Grün. Generell spielt sich im Kronenhof vieles draußen ab: Im Winter geht’s barfuß in den Schnee, im Sommer sorgen Yoga, Kräuterwanderung, Lindenblüten pflücken oder Waldbaden für Ausgleich. Heute breitest du für die Fünf Tibeter die Matte unter der großen Birke aus, während die Sonne durch die Blätter blinzelt.
Mutiger Hotelzubau im Kronenhof
Christians Lieblingsthemen sind Architektur, Bau und Energie. Ein besonderes Herzensanliegen ist der moderne Neubau, der an den ursprünglichen, renovierten Gebäudeteil anschließt. Er entstand mit dem Ziel, den Energiebedarf möglichst gering zu halten. „Ein KfW-40-Projekt, das man sonst bloß von Eigenheimen kennt, in der Hotellerie zu entwickeln, ist ganz sicher nicht einfach, wir haben uns aber bewusst dafür entschieden“, sagt Christian. „Das bedeutet, dass wir für diesen Gebäudeteil nur etwa 40 Prozent der Primärenergie eines vergleichbaren Gebäudes ohne diese Maßnahmen benötigen.“
Der neue Gebäudeteil wurde kompakt und in die Höhe gebaut, um unnötige Fläche und Bodenversiegelung zu vermeiden. Christian beschreibt die Form als umgedrehte Pyramide: Die oberen Geschosse ragen weiter heraus. So beschatten die oberen Stockwerke im Sommer die darunterliegenden Bereiche – ähnlich, wie bei Bäumen, die natürlichen Schatten werfen.
Im Winter funktioniert das Prinzip umgekehrt: Weil die Sonne tiefer steht, darf sie bewusst in die Räume gelangen und Wärme eintragen. Dazu kommen 60 Zentimeter Dachisolierung, Perlit-Ziegel und leicht getönte Fenster. Dadurch soll sich das Gebäude möglichst wenig aufheizen und macht eine Klimaanlage unnötig.
Zimmer zum Entschleunigen
Im Zimmer gilt: Bergkino ja, Naturorchester nein. „In Ruhe“ heißt das Credo des Hotelchefs. Dass alles so ruhig wie möglich ist, dafür hat er beim Bau gesorgt. Fenster und Balkontüren sind dreifach verglast, für die durchdachte Belüftung der Zimmer sorgen Lüftungselemente, die sich durch Luftzug geräuscharm und – abgesehen von Bad und WC – ohne Stromverbrauch bewegen.
In den Zimmern und auf den großzügigen acht mal drei Meter großen Balkonen ist alles so ausgerichtet, dass du trotz der asymmetrisch angeordneten Verschattungslamellen aus Holz auf die Berge schaust. Ob in der freistehenden Badewanne, im Bett oder auf dem schwebenden Relaxstuhl am Balkon – du blickst ins Grüne und auf die umliegenden Allgäuer Berge.
Naturmaterialien im Fastenhotel
Christian deutet auf seinen Lieblingsberg, den Hochgrat, und den Staufen, der dem Ort Oberstaufen seinen Namen gibt. Ihm ist wichtig, die Region ins Hotel zu holen und Materialien einzusetzen, die tatsächlich aus der Region und aus der traditionellen Allgäuer Baukultur stammen. Für die Umsetzung der Bauarbeiten kamen rund 90 Prozent Handwerksbetriebe aus der Region zum Einsatz, sagt Christian.
Akzente in grün, braun und grau bilden die Basis des gestalterischen Konzeptes. Naturmaterialien wie heimische, großteils unversiegelte Fichte, Stein, Fliesen und atmende Lehmwände sorgen für ein angenehmes Raumklima im Zimmer. „In die Suite wurde extra ein großer Stein aus Nagelfluhstein, dem für die Region charakteristischen Stein der Nagelfluhkette, eingesetzt. Er hat die typischen runden Einschlüsse, wiegt über eine Tonne und ist ein optisches Highlight.“
5 Sinne Check
Moosbilder
Frische Kräuter
Tee-Tasting
Fastenvortrag
Kunst
Die Energie-Logik im Kronenhof
Christian Aigner verfolgt die Strategie, den selbst erzeugten Strom möglichst vollständig im eigenen Haus zu nutzen. „Ich möchte nicht möglichst viel Energie selbst erzeugen, sondern möglichst wenig Energie verbrauchen.“ Strom liefert die 50 kWp-Photovoltaikanlage am Dach mit Ost-, Süd- und Westausrichtung. Die Wärmeversorgung erfolgt über Oberstaufner Fernwärme auf Hackschnitzelbasis aus vorwiegend heimischen Wäldern.
Die Prozesse im Hotel werden bedarfsgerecht gesteuert. Waschmaschinen werden betrieben, wenn ausreichend eigener Strom produziert wird. Auch die Haustechnik wird bedarfsgerecht geregelt. Intelligente Pumpen erkennen und berücksichtigen den Bedarf, und Anlagen werden abends heruntergefahren, wenn bestimmte Bereiche wie der Spa nicht mehr genutzt werden. Überschüssiger eigener Strom wird genutzt, um einen Wärmespeicher auf Temperatur zu halten. Weitere Speicherlösungen sind im nächsten Schritt geplant.
Bei der Logistik wurde darauf geachtet, körperliche Belastungen für Mitarbeitende zu reduzieren. Lieferungen kommen über die Tiefgarage, Rollcontainer können direkt in Lagerräume geschoben werden. „Dadurch müssen unsere Mitarbeiterinnen nicht mehr schwer tragen und auch nichts über mehrere Etagen transportieren“, erklärt der Hotelier.
Monika Aigner mit ihrer Skulptur "Immer einen Schritt voraus".
Kunst im Kronenhof
Bunt wird es in den Fluren, denn Kunst säumt die Gänge des Hauses. Hausherrin Monika ist es, die sich hier kreativ austobt und das Hotel mit Werken in verschiedensten Techniken in eine Galerie verwandelt. Die Gastgeberin liebt es, mit Acryl, Aquarell, Resin, Strukturtechnik und Powertex zu experimentieren und besucht regelmäßig Kunstkurse und Weiterbildungen. Eins ihrer liebsten Werke ist die Skulptur „Immer einen Schritt voraus“.
Das ideale Ambiente, um einen Kuss von der Muse zu empfangen, bietet Monikas Atelier, das im Keller geschaffen wurde – lichtgeflutet durch die große Glasfront, ausgestattet mit upgecycelten Hinguckern wie den Tischen aus alten Wagenrädern oder der einstigen Kuhtränke, wo du heute deine bunten Pinsel auswäschst.
Für Monika bilden Fastenurlaub und Kreativität eine ideale Symbiose, daher ist Kunst auch Teil des Hotelangebots. „Fasten macht enorm kreativ. Es ist eine ideale Möglichkeit, sich zu beschäftigen, abzuschalten und den Tag individuell zu gestalten – ob beim lockeren Postkarten bemalen oder beim Workshop mit externen Künstler*innen“, erzählt die kunstaffine Hotelière. Vielleicht machst du es genau wie eins ihrer Gemälde: „Aufblühen durch Fasten“.
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87534 Oberstaufen
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Schrothkur, Intervall-, Heil-, Basen- und Aigners Fasten
fachkundiges Team aus Ärzt*innen und Therapeut*innen
10.000 qm großes Hotelareal mit großem Garten
Spa mit Sauna, Whirlpool, Pool mit Gegenstromanlage
selbstgemachte Getränke: Tee, Sirup, Oxymel, Sauerkrautsaft
abwechslungsreiches Aktiv- und Kreativprogramm