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Mensch am Naturbadeteich Kothmühle
© Karin Wasner

RelaxResort Kothmühle – Kreislaufdenker im Mostviertel

Wie wird aus einer jahrhundertealten Mühle ein Hotel für morgen? Indem man schätzt, was schon da ist. Streuobstwiesen. Einen Bach, viel Grün und jede Menge Platz. Barfuß durchs nasse Gras, in Birnbäumen schaukeln und vor dem Bio-Frühstück in den Naturbadeteich springen: Im Mostviertel verbindet Familie Scheiblauer Natur mit Hightech und alte Wurzeln mit neuen Ideen.

Karin Wasner

Hügelauf, hügelab geht es vorbei an grünen Wiesen, Waldstücken und Feldern, auf denen Sonnenblumen ihr Köpfchen Richtung Himmel strecken. Eine Kurve noch, dann bist du da: Die Kothmühle gehört zum Mostviertel wie die knorrigen Birnbäume auf den Streuobstwiesen rundherum. 

1316 wurde sie erstmals erwähnt, seit 1866 gehört sie der Familie Scheiblauer. Vieles hat sich seither verändert. Aus einer ehemaligen Mühle wurde ein Bauernwirtshaus, später ein Seminarhotel und schließlich ein RelaxResort mit 91 Zimmern, Wellnessbereich und einem ungewöhnlich großen Stück Natur: dem 20.000 Quadratmeter großen RelaxGarten mit Naturbadeteich.

Mostviertler Familie als Energiebündel

Neben der Sauna klappert bis heute ein Mühlrad. Johannes und Christiane Scheiblauer führen das RelaxResort gemeinsam mit der nächsten Generation: Elisabeth und Johannes Junior. Zur Kothmühle gehören acht Hektar landwirtschaftliche Fläche und rund 300 Obstbäume. Aber: Hinter der idyllischen Kulisse wird gerechnet und getüftelt: Wie lässt sich Wasser mehrfach nutzen? Was kann aus organischen Reststoffen entstehen? Und wie viel Energie lässt sich selbst produzieren? Die Antworten sollen in den nächsten Jahren sichtbar werden.

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Familie Scheiblauer 4 Generationen
© Johanna Meinschad
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CMH RelaxResort Kothmühle Zimmer Polster
© Karin Wasner

Bio-Kulinarik im Mostviertel: Was kommt auf den Teller?

Birnen-Rohschinken und frische Kräuter aufs Frühstückssemmerl, Panna cotta mit Himbeeren zur Kaffeejause und abends Bachforelle und Kürbiskern-Parfait. Küchenchef Christoph Jungwirth hat sein Handwerk in der Kothmühle gelernt. „Er war hartnäckig, damit wir unsere Bio-Vision schaffen“, erzählt Christiane. Seit 2026 ist das RelaxResort Bio-Austria-Gold-Partner, mindestens 90 Prozent der Lebensmittel und Getränke sind bio

Rund um die Kothmühle wachsen Äpfel, Holunder, Dirndl, Brombeeren und die berühmten Mostbirnen. Mit Unterstützung von Hausmeister Paul verarbeitet Oma Marianne sie zu frisch gepressten Bio-Säften, Marmeladen und Destillaten. Und wenn die Bananen fürs Buffet einmal zu reif oder die eigenen Äpfel nicht fesch genug sind? Dann verarbeitet sie Christoph mit den hauseigenen Aroniabeeren zu Bananen-Aronia-Marmelade und im Wellnesscafe schmeckt dir zum Kaffee vom „Barista vom Berg“ sein gezogener Apfelstrudel. 

„Wo können wir Großes bewegen?“ – Familie Scheiblauer vom RelaxResort Kothmühle

Was haben alte Mostbirnsorten, Pflanzenkohle und feste Seife gemeinsam? Sie alle sind Teil der Vision für das RelaxResort Kothmühle: möglichst viel in Kreisläufen zu denken. Christiane, Johannes und Elisabeth Scheiblauer erzählen, warum 90 Prozent Bio in der Küche erst der Anfang sind und was es mit Pyrolyse auf sich hat.

Vom Bio-Bier bis zum Essig: Mostviertler Partnerbetriebe der Kothmühle

„Regional“ allein reicht Familie Scheiblauer dabei nicht. Lieber sucht sie Produzent*innen, bei denen Herkunft und Wirtschaftsweise passen. Und sie motiviert langjährige Partner*innen, ihren Weg Richtung Bio mitzugehen: Familie Reikersdorfer produziert Säfte und Dörrobst jetzt biozertifiziert, seit Kurzem sorgt Fleischermeister Karl Hürner auch für Bio-Fleisch. Benjamin Bruckner braut in Gaming Bio-Craft-Bier, Familie Mader liefert Schweinefleisch, ihr Hof liegt nur 15 Minuten Fußweg entfernt. Und am Biohof Steinbichler kümmern sich die Henderln um dein tägliches Frühstücksei.

„Sogar einige unserer Mostbarone sind auf Bio umgestiegen“, erzählt Johannes, selber seit Jahrzehnten einer der Mostbotschafter, die sich für den Erhalt der alten Birnbaumriesen einsetzen. Und Familie Scheiblauer bleibt dran: „Auf unseren Bio-Essig warten wir gerade, bis er seine zwei Jahre im Fass hinter sich hat.“ 

Mostviertler RelaxGarten: ziemlich viel Platz zum Nichtstun

„Wellness bedeutet für mich nicht nur Bademantel anziehen und ab in die Sauna“, sagt Christiane. „Es ist auch: barfuß durch die taufeuchte Wiese laufen, im Wald einen Grünspecht entdecken oder zwei Eichhörnchen beim Spielen in den Baumwipfeln zuschauen.“ Genügend Raum dafür gibt es: Auf dem vier Hektar großen Areal warten Wiesen, Wald und der Lixingbach auf deine Naturauszeit.

Im 20.000 Quadratmeter große RelaxGarten versinkst du in der bunten Hängematte, schaukelst im alten Birnbaum hoch über dem Naturgarten oder stakst mit hochgerafftem Bademantel über den Barfuß-Kneippweg. Neben deinen Zehen entdeckst du Molche, die sich im frischen Wasser mindestens so wohlfühlen wie du. Christiane sammelt inzwischen gemeinsam mit Gärtnerin Eva in Wald und Wiese die Herbst-Deko, damit möglichst wenig zugekauft werden muss: „Ich liebe die Lampionblumen. Plastikblumen? Das ist wirklich etwas Schiaches“, findet sie. 

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CMH_VillaVerde_Naturbadeteich
© Karin Wasner
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CMH RelaxResort Kothmühle Naturbadeteich Kind
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Naturbadeteich oder Pool? In Neuhofen an der Ybbs am besten beides

Wenn’s ums Plantschen geht, musst du dich im RelaxResort Kothmühle entscheiden: beheizter Pool mit Gegenstromanlage, Massagedüsen und Bodensprudel oder doch lieber erfrischender Naturbadeteich mit Libellenbegleitung? Ein Regenerationsbereich mit vielen Pflanzen sorgt dafür, dass du hier bis zum Grund schauen und kleine Fische auf der Jagd nach Wasserläufern beobachten kannst. „Im März mögen den auch die Kröten vom nahen Bach. Dann freuen wir uns kurz darauf über die Kaulquappen, die kurze Zeit später wieder weiterwandern“, erzählt Elisabeth.

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CMH RelaxResort Kothmühle Sauna Frau
© Karin Wasner
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CMH RelaxResort Kothmühle Ruheraum Frau
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Wellness in der Kothmühle: Saunieren neben dem Mühlrad

Drinnen geht es mit Entspannungs-Sound weiter. Sanft schaukelt dich die Klangliege zur Musik, danach geht’s ins Dampfbad. Im Garten wartet schon die Mühlensauna auf den nächsten Aufguss. „Das Holz stammt aus einer 300 Jahre alten Scheune, die beim Panorama-Höhenweg abgetragen wurde“, erzählt Elisabeth. Neben der Sauna klappert bis heute das Mühlrad, rauschend ist der Bach, der es antreibt, allerdings nicht mehr.

Kreisläufe der Zukunft: Wie bleibt das Wasser in der Kothmühle?

Denn auch für eine ehemalige Mühle ist Wasser heute eines der großen Zukunftsthemen. Die Kothmühle besitzt einen eigenen Brunnen, aber die letzten Jahre haben den Blick auf den Umgang mit dem lebenswichtigen Gut verändert: „Wir haben geglaubt, bei uns gibt es Wasser ohne Ende“, erzählt Johannes. „Die trockenen Sommer haben uns anderes gezeigt.“ Deshalb beschäftigt die Familie die Frage: Wie oft lässt sich ein Liter Wasser nutzen, bevor er das Grundstück verlässt?

Ein Teil der Antwort sollen zusätzliche Zisternen sein, ein anderer eine Pflanzenkläranlage. „Wir planen, Wasser selbst aufzubereiten und anschließend für die eigene Wäscherei oder zum Gießen zu verwenden“, setzt Elisabeth den nächsten Hitzesommern eine technische Innovation entgegen. Ein Teich mit einem besonderen Sand-Aufbau und Schilf übernimmt die Arbeit, ein anderer Teich sammelt das gereinigte Wasser. „Die werden Teil unseres Gartens und ein weiteres Erlebnis für unsere Gäste.“

Vom Hackschnitzel zur Pflanzenkohle: die Vision vom Energiehaus

Die Wärme für Pool und Saunen soll künftig aus einer top-modernen Anlage kommen: „Mich interessieren vor allem die großen Hebel, mit denen man den ökologischen Fußabdruck maßgeblich verringern kann“, sagt Johannes. „Energie-Zentrale“ nennt Familie Scheiblauer das Projekt, an dem sie gerade tüftelt. Herzstück der Planung wird eine Pyrolyseanlage, bei der aus Hackgut brennbares Gas gewonnen wird und somit gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt werden können. Statt gewöhnlicher Asche bleibt Pflanzenkohle zurück.

Das Zusammenspiel ist das innovative: Energie gewinnen, Abwärme nutzen und Pflanzenkohle wieder in den nächsten Kreislauf schicken. Sie kann nämlich Wasser und Nährstoffe speichern und soll gemeinsam mit Kompost die Böden rund um die Kothmühle verbessern. Christiane denkt bereits darüber nach, was dann noch alles wachsen könnte: „Ich wünsche mir ein beheiztes Gewächshaus für eigene Bio-Kräuter und Sprossen das ganze Jahr über.“

5 Sinne Check

Fühlen

Weicher Woll-Ziest im Blumenbeet

Riechen

Kräuteraufguss in der Sauna

Schmecken

Dirndlschnaps von Oma Marianne

Hören

Das Klopfen der Spechte

Sehen

Streuobstwiesen mit alten Birnbaumriesen

Ein Hotel verändert sich nicht allein: Mitarbeitende wie Gäste begeistern

Bei aller Technik und Innovation sind es doch am Ende Menschen, die entscheiden, ob all diese Ideen im Hotelalltag funktionieren. Lehrlinge auszubilden ist für die Scheiblauers selbstverständlich. „Ich habe selbst hier in der Kothmühle gelernt“, erzählt Christiane, die in der Kothmühle erst das Gastgeberinsein und dann Johannes lieben lernte. „Junge Menschen sind die Zukunft. Wir haben eine Verantwortung, ihnen etwas mitzugeben“, sagt Johannes.

Dazu gehören neben Schulungen auch regelmäßige Perspektivwechsel: Mitarbeitende dürfen selbst Urlaubsgast sein. Über den Verbund der Symposion-Hotels können sie kostenlos in anderen Mitgliedsbetrieben übernachten. Dazu kommen gemeinsame Ausflüge – zum Wandern, Radeln oder zu Produzent*innen. „Wenn wir Michael und seine Schweine besuchen, die nach Futter wühlen, baden und sich suhlen können, wird auf einmal klar, warum wir solchen Wert auf achtsam hergestellte Lebensmittel legen“, erzählt Elisabeth.

Erlebnisse im RelaxResort Kothmühle

„Wir wollen unsere Gäste künftig noch mehr einbinden“, verrät Christiane. Ideen dafür gibt es schon reichlich: Sonnenaufgangsfrühstück am Berg, Sternschnuppenschauen am Lagerfeuer, Blumenkränze binden oder das alljährliche Kräuterfeuer Ende September, für das Christiane schon seit dem Frühjahr fleißig Kräuter sammelt. „Auch unsere Kreisläufe und die Energiegewinnung wollen wir nicht vor unseren Gästen verstecken, sondern bei Führungen unsere Vision erlebbar machen“, verrät Johannes.

Oder du machst dich selbst auf den Weg: Auf einem etwa 800 Meter langen Themenweg rund ums Haus geht es um Baumhöhlen, Vögel und Insekten. Wer genau hinschaut, entdeckt also nicht nur die nächste Hängematte, sondern einen vielfältigen Lebensraum, den Familie Scheiblauer für die nächste Generation erhalten will. Statt „Schlaf, Kindlein, schlaf“ singt Elisabeth ihren drei Töchtern deshalb lieber ein Lied von den Ärzten vor: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es ist nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

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Kontakt &
Buchungsanfragen

RelaxResort Kothmühle
Kothmühle 1
3364 Neuhofen an der Ybbs

RelaxResort Kothmühle

91 Zimmer & Suiten

ab 173 Euro pro Person/Nacht inkl. Bio-Halbpension

20.000 m² RelaxGarten mit Naturbadeteich und Kneippweg

800 m² Wellnessbereich mit Innen- und Außenpool

Mühlensauna im Garten, Biosauna, Dampfbad, Infrarotkabine

Bio-Austria-Gold-Partner

Wellnesscafé mit hausgemachten Kuchen und Kaffeespezialitäten

8 Seminarräume, Tennisplätze und Fitnessraum