Pasta mit dem Haubenkoch und ein Haus im Grünen für dich allein: Im Bergergut kannst du neuerdings in zwei Naturhäusern einchecken, Haubenkoch Thomas Hofer in der Küche besuchen oder im Wald-Spa eine Ayurveda-Behandlung genießen.
52 Quadratmeter, hohe Räume und rundherum viel Grün: Die neuen Naturhäuser im Bergergut sind gar nicht so „tiny“. Seit Juli checken Freiheitsliebende in „Flora & Fauna“ am Waldrand ein. Dein individueller Frühstückskorb vor der Haustür oder Klaviermusik beim servierten Frühstück im Hotel? Selbst kochen oder Drei-Hauben-Chefs-Table? Das kannst du hier jeden Tag aufs Neue entscheiden.
Eva-Maria Pürmayer und Thomas Hofer schärfen damit das Profil ihres kleinen Adults-only-Hotels, abgeschieden ganz oben im Mühlviertel: als Rückzugsort für Paare mit ehrlicher Küche und Erlebnissen, bei denen Gastgeber und Gäste einander tatsächlich begegnen. „Da liegen unsere Stärken“, sagt Eva-Maria.
Chalet im Mühlviertel: Romantik mit Drei-Hauben-Anschluss
Die zwei Naturhäuser „Flora & Fauna“ stehen oberhalb des Bergerguts. Ein drittes soll im Frühjahr folgen. Vor deinem Bett blüht die Kornelkirsche, Meise, Fink und Amsel grüßen zum Frühstück und teilen tschilpend ihr Zuhause mit dir. Zu Thomas´ Haubenküche, dem Wald-Spa mit Outdoorpool und dem Bergergut-Naturgarten hast du es nicht weiter als zu deinem morgendlichen Waldbad auf den Schaukeln zwischen den Bäumen.
Beim Bau sollte möglichst wenig Boden versiegelt werden. „Statt einer durchgehenden Bodenplatte stehen die Häuser auf Streifenfundamenten“, erklärt Thomas das Konzept der beiden Prototypen. „So beanspruchen sie deutlich weniger versiegelte Fläche.“ Ein oberösterreichisches Handwerksunternehmen hat sie barrierefrei und aus heimischem Holz gebaut. Solltest du Geschmack am Tiny-Living finden: Das befreundete Unternehmen hinter dem Projekt möchte das Konzept künftig auch für Privatkund:innen anbieten.
Lieber Mitmachen als zuschauen – gemeinsamer Genuss im Mühlviertel
Apropos Geschmack: Auch die klassische Nachmittagsjause wird im Bergergut zur kulinarischen Begegnung. Fünfmal pro Woche wollen Eva-Maria, Thomas und das Team mit den Gästen aktiv werden: „Mal backen wir gemeinsam Feuerflecken, mal Krapfen, mal gibt es Speck, Bier und Holzofenbrot.“ Und wenn Thomas am Nachmittag frische Pasta macht, dürfen Gäste zuschauen und probieren. „Ich mag den Austausch, das Miteinander, das gemeinsame Erlebnis“, freut sich Thomas aufs Werkeln mit den Gästen.
Im Gourmethotel des Jahres sind Lebensmittel der Star
Die Richtung passt zu seiner Küche. Brot soll nach Brot schmecken, Speck nach Speck und Butter nach Butter. „Auf meinen Tellern ist das Lebensmittel der Star, nicht das Schischi rundherum“, sagt der Küchenchef des gerade von Gault Millau zum Gourmethotel des Jahres gekürten Bergerguts und serviert Wildfangzander mit Bohnen und Ofenkraut.
Was auf Wald, Wiese und seinen Hochbeeten wächst, darf spontan auf die Karte: Steinpilze, Bärlauch, Fichtennadeln, Brunnenkresse. Beim Dessert kommt der eigene Obstgarten auf den Teller: Zwetschkenfleck, süßes Grießnockerl und Zwetschkeneis.
„Die hohe Kunst ist, mit Einfachheit zu begeistern. Große Küche ist immer Reduktion.“ Seine Gerichte sollen sich nicht wichtiger nehmen als die Menschen, die am Tisch ihre Zeit miteinander genießen. Thomas bringt es auf den Punkt: „Wenn ich eine Karte brauche, um ein Gericht zu erklären, und der Gast die Zutaten googeln muss, hab ich schon verloren.“
Kleine Betriebe, lange Beziehungen
Gewonnen hat er mit seiner Küchenphilosophie vor allem eines: Langjährige Partnerschaften. Thomas arbeitet mit Produzent*innen, die er persönlich kennt und die sich gemeinsam mit dem Bergergut weiterentwickeln. So wie Julia Köpf, die gleich gegenüber eine Kreuzung aus Böhmerwaldschaf und Jura züchtet. Bis vor Kurzem graste die Mäh-Brigade auf jener Wiese, auf der heute die Naturhäuser stehen. „Jetzt kannst du vom Hotel aus den Lämmern auf der Weide zuschauen“, erzählt Thomas. In der Hotelküche verarbeitet er mit seinem Team das ganze Tier. „Und dann werden auch die Schaffelle gegerbt und wärmen dich an kühlen Abenden auf der Terrasse.“
Day Spa, Ayurveda und Energiearbeit im Mühlviertel
Warm wird dir garantiert auch hier: im Wald-Spa. 2024 eröffnet, entwickelt Eva-Maria vor allem das Angebot weiter: kleinere Einheiten, geführte Aufgüsse und individuelle Behandlungen. „Unsere Nachbarn und Nachbarinnen lieben das Day Spa“, erzählt sie. „Am liebsten mit Frühstück oder Dinner.“
Die Auswahl am Spa-Manü ist vielfältig: Klavier-Klangbaden, Liebscher & Bracht, Craniosacral. Ayurvedapraktiker René verwöhnt dich mit Abhyanga oder Marmapunktbehandlungen, Jessica arbeitet mit Energie- und Auraarbeit. Eva-Maria schwört drauf: „Ich bin null esoterisch“, stellt sie klar. „Aber in herausfordernden Zeiten hilft sie mir, die Verbindung von Kopf, Herz und Bauch wieder herzustellen.“
Zehn Lehrlinge wachsen mit dem Bergergut
Dabei ist Eva-Maria Profi im Verbindung herstellen: zu den Gästen, den Mitarbeitenden, den Einheimischen. Was Aufmerksamkeit bedeutet, trainiert sie mit ihren derzeit zehn Lehrlingen. „Das können hausgemachte Brotchips mit Leinöltopfen und frisch gepresster Apfelsaft zur Begrüßung sein oder Rosen in deiner Lieblingsfarbe aus dem Garten.“
Die Jugendlichen verbringen prägende Jahre im Haus. „Sie kommen mit 15 zu uns und gehen vier Jahre später als junge Erwachsene“, sagt die Hotelchefin. „Zu sehen, wie sie sich entwickeln, ist unglaublich wert- und sinnvoll.“ Mehrmals pro Semester besucht sie Schulklassen und spricht offen über Sonnen- und Schattenseiten der Branche.
Gesucht werden nicht einfach Arbeitskräfte. „Wir brauchen Menschen, die Lebenszeit veredeln wollen“, sagt sie. Das passt ganz gut zur Veränderung im Bergergut: mehr Rückzugsorte, und gleichzeitig mehr Gelegenheiten, sich näherzukommen.
Das sind die Stärken des Hotel Bergergut
Hotel Bergergut
36 individuelle Doppelzimmer und Suiten ab 178 Euro pro Person/Nacht
Drei-Hauben-Küche von Thomas Hofer
Koch- und Backkurse, Workshops, Küchenparty
neuer Wald-Spa mit Wellness-Angeboten, Innen- und Außenpool
See-Biotop im Lavendel-Rosen-Garten
Wald-Biken und Winter-Wandern im Nationalpark
Drei Tiny Houses in Pfahlbauweise