Fenster auf. Tief durchatmen. Der Wind rauscht durch Lärchen, Fichten und Kastanien, der Kuckuck begleitet mit seinem monotonen Ruf die sanfte Stimme, die deine Meditation anleitet. Das neue, kreisrunde Yogahaus im Waldhof2 bei Meran ist nur der Anfang. Im Südtiroler Naturhotel dreht sich gerade vieles darum, die Natur noch stärker in deinen Urlaub zu holen.
Im kleinen Ort Völlan bei Meran siehst du den Wald vor lauter Bäumen sehr wohl. Und noch viel mehr: ein neues Yogahaus mitten im Grünen, helle Fitnessräume mit Waldblick, Laufstrecken auf den Waldwegen, Schnittlauchblüten und Petersilienespuma auf knusprigen Wan-Tan Cannoli und Feigen aus dem eigenen Garten in deinem Frühstücksmüsli.
Gastgeber Stefan Mahlknecht ist ein Kreativkopf, der übersprudelt vor Ideen für Workshops und Kulturveranstaltungen. Er erzählt uns, wie er im Waldhof2 seine Vision von einer anderen Art Hotelerlebnis vorantreiben will: eine Auszeit voller Erlebnisse, die Gäste ebenso wie Einheimische wieder stärker mit der Natur verbinden.
Warum der Wald im Waldhof2 die Hauptrolle spielt
Früher war hier ein Tenniscafé. Später ein Fitnessraum. Heute steht an derselben Stelle einer der schönsten Plätze des Hotels: ein runder Yogaraum. Seine große Glasfront lässt sich komplett zum Garten und Wald öffnen. Wer hier morgens die Matte ausrollt, braucht keine begrünten Wände oder Leinwände mit Naturbildern – hier grünt es direkt vor der Tür.
„Wir wollen den Wald ins Hotel holen“, erzählt Stefan Mahlknecht. Deshalb finden im neuen Yogahaus nicht nur klassische Yogaeinheiten statt. Klangschalenmeditationen, Entspannungsreisen oder schamanische Rituale mit Aufgussmeisterin und Frauenheilmasseurin Sonja Leimgruber ergänzen das Programm. Auch externe Gäste sind willkommen.
„Uns geht es um mehr als nur ein tolles Yogaangebot. Wir sind offen für alles, was mit Naturerfahrung zu tun hat.“ Yoga-Lehrerin Kathrin Raich begleitet regelmäßige Yogaeinheiten, im Herbst soll zusätzlich ein internationaler Gast-Yogalehrer ins Waldhof2 kommen.
Fitness zwischen Biotop und Baumkrone
Aber es kommt noch besser: Die beiden bisherigen Fitnessbereiche wurden zu einem großzügigen Trainingsbereich mit viel Tageslicht zusammengelegt. Laufband und Krafttraining bleiben wichtig – noch viel schöner im Waldhof2 ist aber Bewegung mitten im Draußen: auf deinem 30.000 Quadratmeter großen Fitnessstudio unter freiem Himmel.
Longevity mit der Natur in Meran
Ein rund 400 Meter langer Rundweg führt durch den hauseigenen Wald. Du läufst vorbei am Naturteich, über Nadeln, Kies, Wiese und unter altem Baumbestand. Perfekt für die schnelle Morgenrunde vor der Frühstücksschlemmerei, die kleine Workout-Einheit zwischendurch oder das, was Stefan künftig stärker anbieten möchte: „Wir leben hier Longevity über Natur, Bewegung, Mental Health und Wellness.“
Deshalb entstehen derzeit auch neue Formate rund ums Waldbaden. Ein wenig anders, als man sie vielleicht kennt: „Weniger still sitzen, mehr Natur erleben.“ Mal wird Yoga nach draußen verlegt, mal ein Workshop zwischen den Bäumen abgehalten. „Der Wald wird unsere Outdoor-Bühne.“
Vom Garten auf den Teller
Draußen pflegt Gärtner Martin Basilikum, Holunder, „Mirtilli“ (italienisch für Heidelbeeren) und essbare Blüten, drinnen tüftelt Küchenchef Tibór Sztepanek bereits daran, wie sie später auf den Tellern landen. Seit dem vergangenen Jahr ist der Gemüsegarten deutlich gewachsen. Was jetzt hier in Völlan blüht, spart nicht nur weite Transportwege, sondern sorgt auch für überraschende Farben auf dem Frühstücksbuffet und beim Abendessen. Kosmeen, Kornblumen, Sonnenblumen oder Schnittlauchblüten werden ebenso verwendet wie Kräuter für Pestos und Öle.
„Seit wir den Garten haben, passiert etwas Lustiges“, erzählt Stefan. „Immer wieder stehen plötzlich Kisten mit Pflanzen oder Kräutern vor der Rezeption. Menschen aus der Umgebung finden toll, was wir machen, und bringen vorbei, was sie gerade zu viel haben.“ Auch der Obstgarten wächst weiter. Zwölf Blaubeersträucher, Feigen, Kakis und Kirschen sollen künftig das Frühstück bereichern. „Wenn ein Feigenbaum einmal richtig trägt, können wir unsere Gäste zwei Wochen lang mit eigenen Feigen versorgen“, freut sich Stefan.
Mehr als ein Hotel in Südtirol: Wie der Waldhof2 sein Dorf mitdenkt
„Wir wollen mehr sein, als ein Auszeitsparadies für unsere Gäste.“ Der junge Hotelier arbeitet daran, sein Zuhause zu einem Ort für kreativen Austausch zu machen. Deshalb öffnet sich der Waldhof2 immer stärker auch nach außen. Day Spa, Frühstück, Tennisplätze oder Veranstaltungen werden längst nicht mehr nur von Hotelgästen besucht. „Wir möchten ein Ort sein, an dem sich auch Menschen aus der Umgebung wohlfühlen“, erzählt der 32-Jährige.
Räume für Begegnung und Ideen in Völlan
„Im Dorf fehlt ein schöner Ort für solche Veranstaltungen“, sagt Stefan. „Warum also nicht selbst einen schaffen?“ Im vergangenen Winter kamen Einheimische zum Kerzengießen und Duftanhänger-Basteln ins Hotel. Im Sommer finden Gartenkonzerte statt, bei denen internationale Musiker*innen zwischen Obstbäumen und Blumenbeeten auftreten.
Geplant sind außerdem Käse- und Olivenölverkostungen, Lesungen oder Kochworkshops mit Bäuerinnen aus der Region, die Gerichte zubereiten, die heute kaum noch jemand kennt. Dabei sollen Gäste und Einheimische miteinander ins Gespräch kommen. „So entstehen Erinnerungen, die bleiben“, ist Stefan überzeugt.
Mit den eigenen Händen Neues schaffen
Hands-on ist die Devise. Gemeinsam mit Partnerin Jasmin und Mama Dorothea entwickelt er nach und nach neue Workshopformate: Töpfern, Blumenbinden, Malerei oder andere Handwerkskurse. Auch Unternehmen können die Räume für Workations oder Weiterbildungen nutzen und dabei mit Produzent*innen, Künstler*innen und Kreativen aus der Region in Kontakt kommen.
„Der Mensch sehnt sich danach, wieder etwas Haptisches zu erleben“, sagt Stefan. „Mit den eigenen Händen etwas schaffen, statt nur am Bildschirm konsumieren.“ Der ursprünglich geplante große Umbau wird derzeit noch einmal neu gedacht. Die Idee dahinter bleibt jedoch dieselbe: Räume schaffen, die Begegnungen ermöglichen – für Hotelgäste genauso wie für Vereine, Unternehmen und die Menschen aus dem Dorf.
Was du aus dem Waldhof2 mit nach Hause nimmst
Du hast morgens unter Kastanien Yoga gemacht, bist durch den Wald gelaufen, hast Heidelbeeren aus dem Garten genascht und deinen eigenen Oliventeller getöpfert und glasiert. Vielleicht nimmst du ein Glas selbst gemachtes Kräutersalz aus dem Workshop oder einen alkoholfreien Apfel-Aperitivo aus der Verkostung mit nach Hause?
Oder die Idee, selbst einmal Tomatensorten anzubauen oder deine Gemüsereste zu fermentieren. Ziemlich sicher aber gehst du mit der Erkenntnis nach Hause, dass die schönsten Urlaubsmomente dort entstehen, wo du der Natur – und dir selbst – wieder mehr Raum gibst.
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