Mann, der eine Kiste mit Gemüse bearbeitet
c Bureau Rabensteiner

Weniger ist mehr: Feinschliff im Naturhotel Leitlhof

Hotelnews

Zwischen Umbauten, Landwirtschaft und Familie zeigt sich im Südtiroler Naturhotel Leitlhof, dass Fortschritt nicht immer größer, schneller oder mehr sein muss. Gastgeber Stephan Mühlmann erzählt von Feinschliff und klaren Prioritäten, von Tierwohl und Auszeichnungen – und warum Qualität für ihn immer vor Kompromissen geht. 

Kathi Saurwein

Das Naturhotel Leitlhof in Innichen wurde 2025 erneut als Europe’s Leading Green Hotel bei den World Travel Awards ausgezeichnet. „Die Prämierung ist eine Würdigung unseres langen, konsequenten Weges hin zu gelebter Nachhaltigkeit. Und zugleich ein Ansporn: Denn abgeschlossen ist dieser Weg nicht. Jeden Tag eröffnen sich neue Möglichkeiten, Ressourcen achtsam zu nutzen und im Einklang mit der Natur zu handeln“, erzählt Stephan Mühlmann, Gastgeber im Südtiroler Vorzeigebetrieb. 

„Der letzte Umbau war so einschneidend und umfangreich, dass wir uns letztes Jahr vorwiegend um den Feinschliff gekümmert haben. Wir haben keine neuen, großen Meilensteine umgesetzt“, meint der Gastgeber, bevor die Neuigkeiten fast von selbst aus ihm herauspurzeln. Da sind zum Beispiel die Zimmer im Ostgebäude, für die es kürzlich ein kosmetisches Restyling und neue Badezimmer gab.  

Auch die Küche wurde umgebaut und der Backofen verbessert, um künftig noch mehr selbstgebackenes Brot anbieten zu können. Besonderheiten wie knuspriges Schwarzbrot und die beliebten Südtiroler Vinschgerl genießt du zum Frühstück oder zur nachmittäglichen Marende – samt regionalen Klassikern wie deftigem Speck der Metzgerei Mair in Olang und würzigem Käse aus Pustertaler Milch. 

Der Mühlhof: Qualität statt Kompromisse

Was du vielleicht noch nicht weißt: Stephan ist auch Landwirt. Was er erzählt, klingt wie ein leidenschaftliches Plädoyer für eine tierwohlorientierte Landwirtschaft, die auf Klasse statt Masse setzt. Auf dem Mühlhof, dem zum Leitlhof gehörenden Bauernhof der Familie Mühlmann, geht es um Nähe zur Natur, um Verantwortung gegenüber Tieren und um ehrlichen Genuss. „Wir sind nicht Bio-zertifiziert, orientieren uns in unserer Arbeit jedoch an Standards, die über die üblichen Bio-Richtlinien hinausgehen“, erklärt Stephan. Der Aufwand für eine Zertifizierung sei in seinen Augen einfach zu viel Zettelwerk – und die eigenen Produkte Rindfleisch, Gemüse und Obst landen ohnehin direkt in der Küche des Leitlhofs.  

Als Gast hast du übrigens die Möglichkeit, den Mühlhof und seine vierbeinigen Bewohner*innen persönlich zu erleben. „Wir machen auch Hofführungen oder schicken unsere Gäste im Sommer auf die Almen, auf denen unsere Kühe weiden“, erzählt Stephan. „Wer sich von der Qualität und von der Produktion selber überzeugen möchte, kann das vor Ort erleben. Das ist eigentlich unsere große Stärke.“ 

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Frisch geerntetes Gemüse aus dem Mühlhof Garten
© Buero Rabensteiner
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Stephan Mühlmann mit seinen Black Angus Rindern
© Mike Rabensteiner
Hitzig, aber zart: eigene Black-Angus-Zucht

Der ganze Stolz der Gastgeber sind die Black Angus-Rinder, die sie seit über zehn Jahren selbst züchten. Warum gerade diese Rasse? „Weil sie robust sind, leicht kalben und eine sensationelle Fleischqualität haben.“ Sie sind ein klarer Gegenentwurf zu industriellen Zuchtmodellen wie dem japanischen Wagyu, ist sich der Landwirt sicher. „Da werden Tiere teilweise so gemästet, dass sie nicht mal mehr stehen können.“ Stephan legt viel Wert darauf, dass seine Black Angus ein artgerechtes Leben haben. Die Rasse ist zwar von Natur aus etwas „hitzig“, jedoch kommt es auch immer darauf an, wie der Umgang ist. „Es kommt auch ein bisschen retour, wie man mit den Tieren umgeht“, sagt der Landwirt – ein waschechter Kuhflüsterer eben.  

Naturhotel Leitlhof – energieautark Wellnessen

Beinahe wäre der Leitlhof an Investoren verkauft worden. Doch dann hat Familie Mühlmann den einstigen Bauernhof übernommen und zu einem der ersten energieautarken Häuser der Welt gemacht. Hier gibt die Natur den Ton an und sorgt beim Wellnessurlaub in Südtirol für Gänsehautfeeling und gutes Gewissen.

Küche mit Nose-to-tail-Konzept

Im Leitlhof gilt das Prinzip „Nose-to-tail“: Vom Filet bis zur Zunge, vom Knochen für die Suppe bis zur Wurst fürs Frühstück – alles wird von Küchenchef Markus Auer verarbeitet. Auch für das Küchenteam ist das Konzept eine Inspirationsquelle: „Unsere Jungköche interessieren sich für die Fleischverarbeitung aus der eigenen Black Angus Zucht.“ Mit dem Wissen über die möglichst regionale Herkunft der Produkte und dem Blick auf die Dolomiten schmecken die Gerichte mit mediterran-traditionellem Schliff gleich doppelt gut. Unser Tipp: Du kannst im Hotel auch das ein oder andere Produkt kaufen – von der Rindswurst bis zum T-Bone-Steak (nach Verfügbarkeit).

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Leitlhof Gastgeber: Stephan und Evelin Mühlmann
© Bureau Rabensteiner
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Gericht im Leitlhof
© Mike Rabensteiner
Familie, Fokus und Fortschritt

Und manchmal bedeutet Weiterentwicklung auch Loslassen: Das Fine-Dining-Restaurant Atto musste 2025 vorerst schließen – der Grund dafür ist jedoch ein schöner. „Nachdem unser viertes Kind unterwegs ist, war schnell klar, dass wir den Fokus auf die Familie legen werden. Da meine Frau das Restaurant geleitet hat und sich eine weitere Führungskraft auf Weltreise begeben hat, blieb das Restaurant vorerst geschlossen. Inzwischen wurde es verpachtet.“ Die sieben Atto-Appartements und die Ferienwohnungen am Mühlhof sind offen. 

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Pustertalerstr. 29
39038 Innichen
Südtirol/Italien

Naturhotel Leitlhof Pustertal

62 Zimmer ab 106 Euro pro Person/Nacht

Nähe zu den Sextner Dolomiten und Drei Zinnen

kostenloser Shuttledienst

E-Bike-Station vor der Haustür

Innen- und Außenpool, Panoramasauna und Kneippbad

täglicher Wandertourenplan in der Lobby

eigener Bio-Bauernhof mit Black-Angus-Rinderzucht

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