Arosa in der Schweiz von oben
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Graubünden

Arosa will's wissen – auf dem Weg zum Nachhaltigkeits-Champion der Alpen

Blog • nachhaltig reisen

Arosa macht ernst: Der Schweizer Ferienort strebt an, die nachhaltigste Tourismusregion der Alpen zu werden. Kein Lippenbekenntnis, sondern ein umfassendes Konzept mit CO₂-Bilanz, Inklusion und eigenem Nachhaltigkeitschef. Für dich als naturverliebten Gast heißt das: klare Luft, grüne Technologien – und echter Wandel zum Miterleben.

Petra Percher

Du kennst das: Da wird schnell mal „nachhaltig“ drübergeschrieben, eine lokale Marmelade auf dem Frühstücksbuffet platziert, vielleicht noch ein Elektroauto vor die Tür gestellt – und das war’s dann auch schon. Und dann lesen wir über Arosa. Einen Ort im Herzen der Region Graubünden, der nicht einfach ein bisschen grüner werden will, sondern sich ganz offiziell auf den Weg gemacht hat, die nachhaltigste Tourismusregion der Alpen zu werden.

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Arosa Biketour Weisshorn Hauptijkopf
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Paar beim Wandern in Arosa
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Der Mann mit den nachhaltigen Ideen: Claudio Föhn

Allein das weckt unser Interesse. Und dann entdecken wir, dass es in dem Schweizer Bergdorf einen fest angestellten Nachhaltigkeitsverantwortlichen gibt – Claudio Föhn. Im Videoporträt bekommst du sofort ein Gefühl dafür, wie ernst es Arosa meint. Claudio ist kein PR-Mann, er ist Überzeugungstäter. Unter dem Projektnamen Arosa 2030 entsteht ein konsequentes Gesamtkonzept – von Herkunft bis Verbrauch, von Mobilität bis Inklusion. Eine ganze Region, die ihr touristisches Modell hinterfragt und konsequent neu denkt. Und zwar messbar, verbindlich, gemeinsam mit Hoteliers, Gemeinde, Bevölkerung.

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Arosas Nachhaltigkeitsbeauftragter Claudio Föhn

Klimafreundliche Anreise: mit der Arosa Bahn nachhaltig ins Hochtal

Die Basis dafür ist Datenarbeit statt Bauchgefühl. In Zusammenarbeit mit MyClimate und der Fachhochschule Graubünden wurde die CO₂-Bilanz für den Ort erstellt. Und dabei zeigt sich schnell, wo der Hebel liegt: 41 Prozent der Emissionen entstehen durch An- und Abreise, vor allem mit dem Auto. Weitere 45 Prozent entfallen auf Übernachtung und Heizung. Arosas Vision: Gäste sollen länger bleiben, mit der Bahn anreisen – und möglichst autofrei bleiben. Allein die Fahrt mit der Rhätischen Bahn von Chur nach Arosa ist ein Erlebnis – 1.000 Höhenmeter in einer Stunde, 19 Tunnels, schwindelerregende Passagen über 41 Brücken und das weltberühmte Langwieser-Viadukt krönen die Reise auf 1.775 Meter. Dein Aufenthalt startet bereits mit der Zugfahrt, mit der du einen aktiven Beitrag leistest.

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Zahlreiche Tourismusregionen und Hotels bieten Angebote für deine nachhaltige Anreise. Wir liefern dir 9 Gründe, warum du die „letzte Meile“ anpacken solltest.

Arosa für alle: Barrierefrei unterwegs

Was besonders beeindruckt: Arosa möchte auch die erste komplett inklusive Urlaubsdestination der Schweiz werden. Barrierefreie Hotels, Restaurants und Wanderwege werden aufgelistet. Tretbootfahren wird für Menschen mit Seh- und Gehbehinderung möglich gemacht und sogar an einem Seilpark für Rollstuhlfahrer*innen wird getüftelt. Das Luzerner Start-up MountOn hilft dabei, Freizeitangebote für alle erlebbar zu machen. In Arosa ist Inklusion kein Extra. Allen Menschen soll ein erfüllendes Bergerlebnis geboten werden. Das passiert noch immer viel zu selten.

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Arosa erleben: viel erkunden, wenig belasten

Oben angekommen, bekommst du mit der Arosa Card ab der ersten Übernachtung freien Zugang zu Bergbahnen, Strandbad, Heimatmuseum, Tretbooten, Ortsbus und Seilpark – sogar das Bike wird damit günstiger auf den Berg transportiert. Du brauchst wirklich kein Auto, um all das zu erleben, was Arosa zu bieten hat. Ja, was gibt es eigentlich? So ziemlich alles, was du dir vom Urlaub in den Bergen wünscht: frische Luft, klare Seen, Wanderwege, Murmeltiere und stille Momente mit weitem Blick. Da wäre zum Beispiel der Eichhörnliweg – charmant, schattig, perfekt für entspannte Nachmittage. Oder das Bärenland für die ganze Familie, wo gerettete Brummis ein neues Zuhause finden – erreichbar mit der Gondel oder zu Fuß. Du kannst das Bike Kingdom erkunden oder im Obersee Tretboot fahren. Denn hier steht „Pedro“ , das barrierefreie Boot für Gäste mit Einschränkungen.

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Arosa Bärenland
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Familienwanderung in Arosa
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Biodiversitätstage: Natur entdecken, Wissen vertiefen

Arosa ist kein fertiges Vorzeigeprojekt, sondern ein Prozess. Und das macht uns Lust, hinzufahren, mitzuerleben, Teil davon zu sein. Nicht nur als Tourist*innen, sondern als Gäste, die den Wandel mittragen. Besonders spannend wird’s, wenn du bei den Biodiversitätstagen dabei bist – geführte Wanderungen mit Expert*innen, bei denen du seltene Pflanzen, Tiere und ihre Lebensräume entdeckst. Du lernst die Berge anders zu lesen – nicht als Kulisse, sondern als Ökosystem. Und wenn du tiefer einsteigen willst: Schau bei der Arosa Akademie vorbei. Dort gibt’s Workshops und Vorträge zu Umweltthemen, sozialem Wandel und nachhaltiger Entwicklung – immer praxisnah, immer inspirierend. 

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Coolcation in Arosa

Die Luft ist klar, das Wasser eiskalt und sauber. Keine brutzelnden Straßen und Tropennächte. Arosa ist fix auf der Liste der Coolcation-Destinationen. Und im Hintergrund arbeitet Claudio Föhn mit seinem Team daran, dass das so bleibt – auch in zehn, zwanzig Jahren. Arosa ist nicht perfekt, aber gut unterwegs – und du kannst Teil davon sein. Wenn du uns fragst: Genau so sieht die Zukunft des Reisens aus.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Arosa Tourismus. Was drinsteht stammt aber wie immer aus unserer redaktionellen Feder – unabhängig, mit eigener Handschrift und voller Neugier auf gute Geschichten.

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