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Regitnig – Hotel & Chalets am Weissensee

Regitnig: Miteinander im Naturpark Weissensee

Hotelnews

Lichtverschmutzung, sanftes An- und Abreisen, die Gäste zum Stromsparen animieren – alles Themen, die Jasmin und Michael Eder im Hotel Regitnig gerade beschäftigen. Warum der Austausch mit der Region Weissensee den beiden so wichtig ist, wie die neu gestalteten Chalets aussehen und warum Nachhaltigkeit für sie nur dann klappt, wenn sie mit ihren Gästen reden, schau selbst…

Franziska Riedl

Die Region Weissensee ist eine besondere. Der See ist einer der höchstgelegenen und saubersten Badeseen in Österreich. Statt Motorboote im Sommer flitzen im Winter die Kufen endlos vieler Eislaufschuhe übers Wasser, der Großteil des Ufers ist unverbaut. Maßnahmen, die die Gemeinde schon vor Jahrzehnten entschieden hat. Um den Naturpark zu schützen und die Besucher*innen für die Natur und Umwelt rundherum zu sensibilisieren. Das Regitnig trägt das Vorhaben mit, als „Zugpferd und Ideengeber zugleich“, positioniert es Hotelchefin Jasmin Eder in dieser grünen Vorzeigeregion in Kärnten. Gerade feilen sie und ihr Mann Michael an einigen Ideen fürs Hotel. Sie wollen die Gäste mehr zum Zugfahren animieren. Drehen den Lichtschalter jetzt noch ein bisschen früher aus um die Insekten in der Nacht nicht zu stören. Und sie holen Lieferant*innen vor den Vorhang und connecten sie mit den Gästen.

Neuer Look für die Garten-Chalets am Weissensee

Gerade steckt Jasmin im Endspurt zu den großen Umbauarbeiten 2023, im „Grande Finale“, wie sie sagt. Jetzt müsse nur noch gereinigt werden, dann sind die Garten-Chalets wieder bereit für die Gäste. Neue Möbel, neue Lampen, neue Böden, fast ausschließlich Naturmaterialien – das gesamte Re-Styling der acht Apartments war ein gut durchdachtes und abgestimmtes Zusammenspiel mit Handwerksbetrieben aus dem Tal. „Vom Tischler über den Elektriker bis zum Installateur sind es alles Menschen, mit denen wir schon immer zusammenarbeiten“, sagt die Regitnig-Chefin. Als „Zuckerl oben drauf“ haben die Eders eine neue Photovoltaikanlage auf das Dach des Heizhauses setzen lassen. Ein schon länger geplanter Move, den das Hotelierspaar im Zuge des Umbaus jetzt auch gleich mit realisiert hat.

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© Regitnig Hotel & Chalets
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© Regitnig Hotel & Chalets
Beim nächsten Urlaub mit dem Zug

Der Naturpark Weissensee setzt schon lange auf umweltschonenden und autofreien Tourismus. Er ist ein „Alpine Pearl“, gehört also zu einem Netzwerk einiger ausgewählter Regionen in Österreich, die autofreies Reisen festigen und nachhaltig fördern wollen. Das Regitnig zieht am gleichen Strang: Um die klimaschonende An- und Abreise ihrer Gäste zu pushen, treten die Eders nun noch aktiver an sie heran. „Vor allem die Anreise mit dem Zug wollen wir mehr in die Köpfe bringen“, so Jasmin. Die meisten Gäste, die mit dem Auto kämen, ließen es sowieso die meiste Zeit am Parkplatz vor dem Haus stehen. Dabei wäre es so einfach: In Greifenburg wartet ein kostenloser Shuttle auf die Reisenden, vom Bahnhof ins Regitnig ist es dann nur noch ein Hüpfer. Wer Mobilität will, kommt am gesamten Weissensee mit E-Car-Sharing gut durch. Wer braucht da noch ein eigenes Auto?
„Auch hier ist das miteinander Reden ist so ausschlaggebend“, weiß Jasmin. „Vor allem bei der Abreise ergibt sich oft noch ein guter Moment für ein kurzes Gespräch.“ Nicht um zu belehren, sondern um anzustupsen.

Regitnig am Weissensee – Urlaub in der Vorzeigeregion

Nachhaltiges Wachstum lautet das Motto der Gastgeberfamilie Eder. So hat es der Ururopa in seinem Sägewerk gemacht, indem er immer darauf achtete, dass genug Holz nachwächst. Und so macht es heute die junge Generation. Dadurch entfaltete sich das Regitnig am Weissensee in Kärnten innerhalb von fünf Generationen behutsam von der einstigen Sommerfrische-Villa zum sonnigen Resort mit Hotel, Chalets, Restaurant, Seespa und Butler.

Regitnigs Finest gibt Partner*innen eine Bühne

Auch beim Thema Essen sieht Jasmin zukünftig noch mehr Raum für umweltschonende Praktiken. Ein gewisser Anteil an Produkten muss im Hotel sowieso aus der Region kommen – eine Voraussetzung, die das Österreichische Umweltzeichen verlangt, ein Siegel, das das Hotel seit zehn Jahren trägt. Darüber hinaus sind die Eders gerade dabei, noch mehr Wunschbauern und -produzenten mit an Bord zu holen. Auch passende Partner für die Obstanlieferung in ganz Kärnten und im Friaul wollen sie finden, denn am Weissensee selbst wird kaum Obst angebaut.
Auf ihr regionales Netzwerk sind sie stolz, präsentieren es in einem Büchlein, das überall im Hotel aufliegt und alle Produzent*innen und Lieferant*innen listet, die das Regitnig im Laufe des Jahres so beliefern. Neu ist auch „Regitnigs Finest“, ein Abend pro Woche, der den Produkten und ihren Geschichten gehört. „Damit wollen wir die Produkte und die Produzenten selbst vor den Vorhang holen“, sagt Jasmin. Den Hans vom Biohof Jakober zum Beispiel und seinen Topfen und den Joghurt. „Er ist da immer besonders aufgeschlossen und gern mit dabei und gibt den Gästen super Tipps, wie sie Topfen pikant und süß verarbeiten können.“

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© Regitnig Hotel & Chalets

Jasmin Eder

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Regitnig – Hotel & Chalets am Weissensee
Für Nachtinsekten, gegen Lichtverschmutzung


Jasmin beschäftigt das Thema Biodiverstität. Als erste bienenfreundliche Hotelanlage überhaupt hat das Regitnig von Anfang an Pionierarbeit im Schutz der Artenvielfalt geleistet. Jetzt gehen die Eders noch einen Schritt weiter nach vorn und denken auch an die Reduktion der Lichtverschmutzung – denn auch am Weissensee wird’s in der Nacht immer heller. “Zum Glück passiert hier gerade sehr viel“, sagt Jasmin. Der Schutz der Biodiversität sei der gesamten Region ein großes Anliegen, ab Mitternacht ist es deshalb auch überall rund um den See finster. Das Regitnig selbst schaltet sogar schon um 23 Uhr alle Lichter aus.

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Foto Stabentheiner
Reden mit Gästen

Gelernt hat die Hotelchefin in den letzten Monaten viel. Glücklich macht es sie vor allem zu sehen, dass die Gäste beim Thema Nachhaltigkeit immer offener werden. Gerade die kleinen Steps nehmen sie gut an, meint sie, die Sauna, die im Sommer nur noch auf Anfrage heizt, zum Beispiel. Oder die neuen Folder in den Zimmern, die die Gäste mit kleinen Info-Häppchen zum Achtsamsein animieren. „Wenn die Gäste die Folder lesen und daraufhin beim Stoßlüften die Heizung abschalten, macht das viel aus“, sagt Jasmin. Zehn Prozent Heizenergie konnte das Regitnig 2023 insgesamt einsparen. Bestimmt auch deshalb, weil einige „Energiefresser“ durch neue Geräte ersetzt und alle Fenster saniert wurden. „Aber eben auch, weil das Reden mit den Gästen so viel bewirkt“.

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