Was brauchst du im Urlaub wirklich? Noch einen Pool, noch mehr Action? Oder doch lieber Kräuteraufgüsse, Sternschnuppennächte und einen Sauerteig namens Schorsch? Das Gut Sonnberghof Naturhotel bei Mittersill stellt die Weichen für die Zukunft. Ab Februar 2027 wird das Haus zum Adults-only-Hotel.
Vier Jahre lang haben Christine und Franz Riedlsberger darüber gesprochen, wie sie sich die Zukunft ihres Naturhotels vorstellen. Die Antwort lautet: nicht größer, nicht lauter, nicht mehr, sondern eher das Gegenteil. Ab Februar 2027 empfängt das Gut Sonnberghof als Adults-only-Hotel Gäste ab 14 Jahren und rückt damit in den Mittelpunkt, weswegen viele ohnehin da sind: die ruhige Alleinlage, viel Natur drumherum und jede Menge Zeit zum Abschalten.
Und auf dem Weg dorthin? Bauen die beiden ein Mitarbeiterhaus mit cosy Wohneinheiten, montieren noch mehr Photovoltaik auf die Dächer und veranstalten Kräuter- und Saunawochen.
Adults Only im Salzburger Land: Ruhe und Erholung am Gut Sonnberghof
„Ich glaube, was Menschen heute wirklich brauchen, ist eher weniger“, sagt Christine. Was sie damit meint? „Weniger Lärm, weniger Stress, weniger Müssen, dafür mehr Ruhe, mehr Zeit, mehr Schlaf, mehr gute Gespräche und hochwertigere Nahrungsmittel.“ Die Entscheidung, ab Februar 2027 nur mehr Gäste ab 14 Jahren zu empfangen, ist ein Schritt in diese Richtung. Und sie ist den beiden Hoteliers nicht leichtgefallen.
„So eine Entscheidung in einem Haus mit rund 70 Prozent Stammgästen konnten wir nicht von heute auf morgen treffen.“ Deshalb kommuniziert das Gut Sonnberghof die Veränderung lange vor der Umstellung. Die Reaktionen? Positive wie negative. „Wir wollen nicht gegen eine Zielgruppe sein, sondern für eine bestimmte“, betont Christine.
Die ruhige Lage des Hauses, fern von Autoverkehr, und der Wunsch vieler Gäste nach Erholung hätten die Richtung letztlich vorgegeben. Dazu kommt: „Wir haben kaum Angebote für Kinder, uns fehlen ein Spielraum oder ein Spielplatz.“ Statt halbherzig Familienhotel zu sein, konzentriert sich das Haus künftig konsequent auf das, was es besonders gut kann: Ruhe geben!
Natururlaub in Mittersill: Kräuter und Sternenklang
Einzig: Christine tut sich schwer mit dem Ruhegeben. In der Kräuterwoche im Mai dreht sich alles eine ganze Woche lang um das Grünzeug vor der Haustür. Christine vermittelt Grundlagenwissen und Phytotherapie, dazu tragen externe Expert*innen Spezialthemen vor. In täglichen Workshops lernst du Wildkräuter kennen, verarbeitest sie und beschäftigst dich mit ihrer Anwendung. „Erst gehen wir gemeinsam Kräuter sammeln, dann geht’s ans Salbenrühren oder Kräuterkränze binden“, freut sich Christine schon wieder auf den Frühling.
Endlich zur Ruhe kommt Christine dann im August beim „Sternenklang“ am Teich. Rund um die Sternschnuppennächte wird sogar das Menü auf das Thema abgestimmt. Dazu gibt es Unplugged-Livemusik. Und du? Eingemummelt in eine flauschige Decke lauschst du den beiden Musikerinnen von „Hand aufs Herz“, die mit ihren Gitarren öfter im Sonnberghof zu Gast sind. Die Flasche Wein musst du dir vorher bestellen, denn während des Konzerts heißt es: Pssst. Schauen. Staunen. Wünschen.
Autofreier Urlaub in Mittersill: Mit Gästekarte und Wandershuttle unterwegs
Wer lieber in Bewegung bleibt, kann jede Woche bei drei bis fünf geführten Wanderungen mitgehen. Ein Wandershuttle bringt dich vom Hotel an die schönsten Plätze: „Das Auto hat Pause, während dir die Puste ausgeht“, lacht Christine.
Auch sonst lässt sich die Region gut ohne PS erkunden: Mit der Nationalpark SommerCard nutzt du öffentliche Verkehrsmittel, Bergbahnen und Nationalparktaxis und entdeckst gratis 60 Naturerlebnisse, Museen und Ausstellungen der Nationalparkregion. Die Salzburger Mobilitätskarte ermöglicht zusätzlich sogar Gratis-Öffi-Reisen im gesamten Bundesland Salzburg.
Wellness im Salzburger Land: Schwimmen, Schwitzen, Eisbaden
Wasserratten haben die Wahl: ein 22 Meter langer In- und Outdoorpool, 36 Grad warmer Heaven-Ruhepool oder Naturbadeteich mit Bergquellwasser. Und davor und danach: ab in die Sauna. Im Dezember darfst du dich auf spezielle Saunawochen freuen, aber auch während des restlichen Jahres finden dreimal wöchentlich geführte Aufgüsse statt.
Im Sommer kommen dabei nicht nur ätherische Öle zum Einsatz: „Herbert macht Aufgüsse mit Klangschalen und Kräutern, die bei uns vor der Tür wachsen“, erzählt Christine. „Im Winter duftet es dann nach Zimt und Sternanis.“ Und falls du mehr Team Kälte statt Hitzkopf bist: In den 3,5 Meter tiefen Naturteich wird im Winter ein Loch fürs Eisbaden gehackt. „Das ist sehr begehrt“, wundert sich Christine über ihre fröstelaffinen Gäste.
Zuhause am Gut Sonnberghof: Neues Mitarbeiterhaus mit PV und Erdwärme
Die Bagger sind weg, Ruhe ist eingekehrt. Denn am Gut Sonnberghof wird nicht nur für die Gäste gebaut: Rund 50 Meter vom Hotel entfernt ist ein neues Mitarbeiterhaus mit 21 Wohneinheiten entstanden. „Klein, aber fein!“, beschreibt Christine die Team-Wohnungen. „Gemütliche Sitzecken, Küchenzeilen, tolle Bäder und alles in Naturtönen.“ In den Regalen an den Wänden stehen Fotos von der Familie, dem Hund, von Freunden. Die Unterkünfte sollen mehr sein als ein Platz zum Schlafen. „Wir wollten, dass sich unsere Mitarbeitenden richtig zu Hause fühlen“, erklärt Christine die Idee dahinter.
Beim neuen Mitarbeiterhaus setzt das Gut Sonnberghof auf Erdwärme sowie 143 zusätzliche PV-Module und einen neuen 60-kWh-Speicher. Technisch versucht das Gut Sonnberghof schon lange, vorhandene Energie möglichst gut zu nutzen: Eine zentrale Verbundanlage versorgt unter anderem Bar, Küche und Kühlräume mit Kälte. „Die Wärme, die dabei entsteht, wird rückgekoppelt und geht in unser Heizsystem“, erklärt Christine.
Auch in dem neuen Haus steckt viel Hirn- und Muskelschmalz: Hausherr Franz Riedlsberger ist gelernter Zimmermann und hat die Balkone aus Holz aus dem eigenen Wald selbst gebaut.
Kulinarik im Nationalpark Hohen Tauern: Schorsch kommt aufs Frühstücksbuffet
Hands-on nimmt nicht nur Franz, sondern auch Christine wörtlich: Einmal die Woche zieht sie ihr Dirndl aus und die Kochschürze an – dann wird Brot gebacken. „Mein Bauernbrot ist so, wie es meine Mama immer gemacht hat.“ Zwei Drittel Roggen, ein Drittel Dinkel, dazu Salz und – je nach Variante – Kümmel. Beim Mehl experimentiert Christine mit unterschiedlichen Sorten wie Schwarzroggen oder Bio-Tauernroggen aus dem Lungau. Den holt sie in der Lerchenmühle Golling, die sich gentechnikfreiem, österreichischem Getreide aus organisch-biologischer Landwirtschaft verschrieben hat.
Die eigentliche Hauptfigur allerdings ist Schorsch. Als Christine einen Sauerteigkurs bei einer alten Mühle in Deutschland besuchte, bekam jeder Teilnehmende zwei Löffel eines damals bereits 25 Jahre alten Sauerteigansatzes mit nach Hause. „Die Müllerin nannte ihn Schorsch und deshalb heißt meiner jetzt Schorsch Junior“, erzählt Christine. „Im Pinzgau würden wir eigentlich Schurl sagen.“
Kurze Wege: Vom Nachbarhof bis zur eigenen Landwirtschaft
Auch bei anderen Lebensmitteln bleibt der Radius klein. Freilandhühner kommen etwa vom Egarteckhof von Barbara und Günter Berger, nur rund zwei Kilometer vom Hotel entfernt. Bei ihnen dürfen die Tiere länger wachsen als konventionelle Masthühner, nur zweimal jährlich wird im eigenen Schlachthaus geschlachtet.
Dazu schmecken dir Produkte aus der hofeigenen Landwirtschaft: Würste von den eigenen Schweinen, Milch und unterschiedlichste Sorten Käse. „Unserem Camembert können unsere Gäste sogar beim Schimmeln zuschauen!“ Auch der braucht zum Reifen eines ganz besonders: Ruhe.
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Gut Sonnberghof Naturhotel
Lämmerbichl 8
5730 Mittersill
Salzburg, Österreich
Gut Sonnberghof Naturhotel
Adults-only-Hotel
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