Mit den Händen in der Erde, mit dem Kopf in der Zukunft: Im Hirben Naturlaub in Niederdorf gedeihen jetzt neben Visionen auch alte Gemüsesorten. Fabian und Barbara Stoll machen ihr Holzhotel im Südtiroler Pustertal zum Ort der Inspiration.
Vom eigenen Bergbauernhof voller Wurzelgemüsefelder über die moderne Photovoltaikanlage. Von der Gourmet-Pizza mit selbst gesammelten Steinpilzen zum Reinigungsroboter namens Otto: Das Hirben Naturlaub in Südtirol entwickelt sich – immer mit dem Anspruch, dir als Gast neue Möglichkeiten aufzuzeigen.
Was passiert, wenn ein Hotelier lieber im Garten gräbt, als in seinem E-Mail-Postfach? Seit letztem Sommer hat Fabian immer öfter schmutzige Fingernägel: "Es gibt nichts, was dich so runterholt wie Gartenarbeit. Das ist mein Urlaub." Rund ums Hotel und auf einem nahegelegenen Bergbauernhof hat Familie Stoll ihren eigenen Gemüsegarten angelegt. Sie geht damit einen großen Schritt: Lebensmittel selbst anbauen – für noch mehr Vielfalt und Nachhaltigkeit am Teller.
Seit Dezember 2024 gehört Gärtner Lukas fix zum Team. „Wir haben 60 unterschiedliche Sorten angebaut“, erzählt Fabian Stoll. Heuer wird erweitert. Direkt am Haus wachsen Salate und Kräuter, Bienen summen um Zitronenverbene, Rosmarin oder Sauerklee. Auf 1.450 Metern kommen noch 400 Quadratmeter Mischkulturen und Wurzelgemüse dazu.
„Gemeinsam mit unserem Chefkoch Hubi überlegen wir, was wir brauchen.“ Pestizidfrei und bewässert mit Grundwasser gedeihen hier alte Sorten wie Schwarzwurzel, Erdmandeln oder Urkarotten. Sie sind robuster, widerstandsfähiger und bringen Vielfalt auf den Teller. In diesem Jahr soll das Gartenerlebnis auch für Gäste zugänglich werden: „Wir planen Workshops und Ausflüge, bei denen die Menschen selbst garteln und Spannendes über Lebensmittel erfahren können.“
Was im Hirben Naturlaub auf deinem Teller landet, ist oft außergewöhnlich. „Viele Produkte, die wir servieren, findest du in keinem Geschäft“, sagt Fabian. Das hat auch Gault Millau erkannt und das Restaurant im letzten Jahr in seine Empfehlungsliste aufgenommen. Lebensmittel stammen von Partnern, die die Familie persönlich kennt. Wild aus heimischen Wäldern, Fleisch vom Dorfmetzger, Pasta aus eigener Herstellung.
Und dann ist da noch der Samstag: Pizzatag! Seit zwei Jahren feilen Fabian und Pizzabäcker Reinhard am perfekten Teig. Die beiden haben Spaß am Kreieren ihrer Gourmet-Pizzen mit Südtirol-Bezug: Latschenkiefercreme, selbst gesammelte Steinpilze, Honig der eigenen Bienen, kalt geräucherte Forelle oder frischer Trüffel. Zum Dessert gibt es neuerdings die edelsten Käse vom Affineur Degust, zu denen Fabian als Schlechtwetterprogramm auch Roboter im Naturhotel für mehr Zeit und Qualität organisiert.
„Zurück zur Natur“ ist das eine, „vorwärts mit Technologie“ das andere: Seppl, der Servierroboter, hat im Jänner einen fleißigen Kollegen bekommen: Otto fährt als Reinigungsroboter selbstständig Aufzug und saugt die Gänge. Nach zweiwöchiger Probezeit hatte ihn das 23-köpfige Hotelteam ins Herz geschlossen und war sich einig: „Wir gewinnen Zeit, die wir in Qualität investieren können.“
Im Hirben Naturlaub chillst du jetzt schon in fünf Saunen und zwei Ruheräumen. Ende des Jahres kommt noch ein Kältebecken dazu. „Hansi, unser Aufgussmeister, kann es kaum erwarten.“ Aber das ist längst nicht das Ende vom Wellness-Lied: 2027 steht ein größerer Umbau an: geplant sind ein Yogaraum mit Aussicht, ein Fitnessraum und ein erweiterter Beauty- und Massagebereich. „Alles mit Holz gebaut.“ Die Parkplätze kommen weg, das Hirben bekommt mehr Grünfläche, die Autos sollen in einer Tiefgarage verschwinden.
Und du verschwindest in den Weiten der umliegenden Landschaft: Geführte Wanderungen und Biketouren gehören fest zum Wochenprogramm: „Mit Walter, unserem 73-jährigen Wanderführer, wird jede Tour zur Geschichtsstunde. Zweimal pro Woche startet Fabian mit dir los. Im Winter tauscht er das Mountainbike gegen Langlaufskier: „Die Loipe startet direkt am Hotel.“ Eigene Langlaufcamps im Jänner sind fix eingeplant. „Beim Langlauf spürst du Muskeln, von denen du nicht wusstest, dass es sie gibt“, sagt Fabian.
Im März wird es ruhiger. Mit Martina, Masseurin und Atemtrainerin, geht es um Achtsamkeit und innere Balance. Ab Frühling liegt an der Rezeption sogar dein persönliches Hirben-Tagebuch bereit – Raum für Gedanken, Eindrücke und neue Perspektiven.
Sonne wird zu Energie. Zum Glück für Wander-, Bike- und Wintersportfans dürfen sich die Pustertaler im Jahresschnitt über 302 Sonnentage freuen. Das freut auch die Energiebilanz: Seit Frühjahr 2025 liefert eine 110-kW-Photovoltaikanlage rund 120.000 kWh pro Jahr. 80 Prozent davon nutzt das Haus direkt selbst – Küche, Sauna, E-Ladestationen. Der Überschuss wird ins Netz eingespeist oder in thermische Energie umgewandelt.
Das Hirben ist Klimahaus A und ist mit den höchsten Stufen des Südtiroler Nachhaltigkeitslabels und GreenSign zertifiziert. Die unbehandelte Holzfassade ist 100 Prozent recycelbar, die Dämmung nicht verklebt, Glasbalkone wurden bewusst vermieden. „Ein Holzhaus ist zehnmal besser als Beton“, ärgert sich Fabian, dass die Art der Bauweise beim Thema Nachhaltigkeitszertifizierungen immer noch zu wenig berücksichtigt wird. „Vielleicht sollte ich ein eigenes Label entwickeln“, überlegt der Hotelier. Zuzutrauen wäre es ihm. Falls er zwischen Winterheckenzwiebel und Erdbeerspinat noch Zeit findet.
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