Vöslauer auf der Art Miami
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Warum fördert Vöslauer Kunst, Yvonne Haider-Lenz?

Interview

Nachhaltigkeit kann eine Checkbox sein – oder etwas, das den Alltag wirklich verändert. Deshalb setzt Vöslauer neben den Basics stark auf Kultur: Kunst, Design und Kollaborationen, die sichtbar werden und Gespräche auslösen. Im Interview klären wir, wie Kreative ausgewählt werden, wie viel Freiheit möglich ist und was beide Seiten davon haben. 

Petra Percher

Wer Vöslauer nur als Mineralwasser speichert, verpasst den zweiten Teil der Geschichte. Neben rePET, Mehrweg, CO₂-Zielen und dickem Nachhaltigkeitsbericht setzt Vöslauer nämlich noch einen Akzent: Kunstförderung als soziale Verantwortung. Sondereditionen wie zuletzt mit Onka Allmayer-Beck und die „Bleib durstig“-Kampagne mit Nina Chuba zeigen, wie stark Kultur ins Markenprogramm von Vöslauer eingebaut ist.  

Wie fair so eine Zusammenarbeit ist, wie frei und welche Künstler*innen ausgewählt werden, das beantwortet Yvonne Haider-Lenz, die bei Vöslauer Marketing, Kommunikation und Innovation leitet.

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Vöslauer Marketingchefin Yvonne Haider-Lenz

Vor kurzem wart ihr mit der Künstlerin Onka Allmayer-Beck, die auch die 14. Sonderedition für Vöslauer gestaltet hat, auf der Art Miami. Welche Botschaft sendet ihr damit aus? 

Die Präsentation auf der Art Miami war für uns ein bewusstes Statement: Wir wollen zeigen, dass Vöslauer mehr ist als Mineralwasser – nämlich eine Marke mit Haltung, die Design und Kunst aktiv mitgestaltet. Gleichzeitig verstehen wir es auch als Verantwortung, österreichische Künster*innen international sichtbar zu machen. Für uns liegt der Mehrwert auf mehreren Ebenen: Einerseits stärken wir unsere internationale Wahrnehmung als innovative Marke. Andererseits geben wir Künstler*innen eine Bühne, die über den lokalen Kontext hinausgeht. Genau diese Verbindung – zwischen Alltag, Produkt und internationaler Kunst – macht die Zusammenarbeit so relevant. 

Die Förderung von Kunst gehört als soziale Verantwortung zu den Nachhaltigkeitskriterien der EU – wie fügt sich das in eure Nachhaltigkeitsstrategie ein? 

Die Förderung von Kunst ist für uns kein „Add-on“, sondern Teil unserer Haltung. Nachhaltigkeit bedeutet bei Vöslauer nicht nur ökologische Verantwortung, sondern auch gesellschaftliche. Wir arbeiten mit einer natürlichen Ressource – Wasser – und daraus ergibt sich die Verpflichtung, verantwortungsvoll mit Umwelt und Gesellschaft umzugehen. Kunst und Kultur sind dabei ein wichtiger Beitrag: Sie regen zum Nachdenken an, schaffen Perspektiven und bringen Themen wie Nachhaltigkeit emotional näher an Menschen heran. 

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Vöslauer Sonderedition 2026
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Vöslauer auf der Art Miami
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Mit der Artist-for-tomorrow-Edition habt ihr Etiketten-Sondereditionen gedruckt, auf denen Künstler*innen ihre Gedanken zum Thema Umweltschutz und Recycling inszenieren konnten. Was war die stärkste Message und wie groß ist die Wirksamkeit? 

Um Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten, haben wir die Sondereditionen für die Gastronomie in Österreich und Deutschland ins Leben gerufen. Jährlich erhalten Künstler*innen die Möglichkeit, ihre Gedanken auf einzigartige Weise zu inszenieren und ihre Werke auf den Etiketten zu präsentieren, um damit zum Nachdenken anzuregen. Wir messen das nicht nur in klassischen KPIs, sondern vor allem in der Resonanz: daran, ob Menschen darüber sprechen, ob Motive im Kopf bleiben und ob Themen weitergetragen werden. Wenn Design dazu beiträgt, dass Menschen anders über Ressourcen nachdenken, hat es seine Wirkung bereits entfaltet. 

Wen featurt und fördert Vöslauer auf jungbleiben.com oder durch Sondereditionen? Gibt’s klare Auswahlkriterien? 

Wir setzen bewusst auf eine Mischung aus etablierten Kreativen und jungen Talenten – vor allem aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum. Entscheidend sind dabei keine starren Kriterien, sondern vielmehr die Frage, ob die Haltung zur Marke passt und ob die jeweilige Person eine relevante, eigenständige Geschichte erzählt. Diversität und Nachwuchs spielen dabei eine bedeutende Rolle – nicht als Quote, sondern als Selbstverständnis. Wir wollen unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und gezielt auch jungen Talenten eine Plattform geben.  

Ihr arbeitet mit Kreativen und Künstler*innen wie Polka, Soda Lingerie, Peter Jellitsch, Mühlbauer oder Kalissi. Welche Leistungen bringt ihr ein, welche erwartet ihr von Kreativen – und was würden dann beide Seiten als „Erfolg“ bezeichnen? 

Wir bringen als Marke vor allem Plattform, Reichweite und Umsetzungskraft ein: Produktion, Distribution, PR, Netzwerk, Sichtbarkeit – bis hin zu internationalen Bühnen wie Miami. Von den Kreativen erwarten wir im Gegenzug: eine starke Idee, eine klare Haltung und die Bereitschaft, sich auf die Marke einzulassen.  Erfolg wird von beiden Seiten ähnlich verstanden: wenn ein Produkt oder eine Edition im Alltag der Menschen ankommt – und wenn sie darüber hinaus Gespräche auslöst. 

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Mit Künstlerin Nina Chuba als Markenbotschafterin rollt Vöslauer mit der Kampagne „Bleib durstig“ den deutschen Markt auf.

Was darf Kunst bei Vöslauer sein? Oder andersrum: Wo zieht ihr die Grenze zwischen „künstlerischer Freiheit“ und „Brand-Sprache“? 

Kunst darf bei Vöslauer viel – aber nicht alles. Es gibt einen klaren Rahmen: unsere Markenwerte, unsere visuelle Sprache und unser Anspruch an Ästhetik. Innerhalb dieses Rahmens geben wir bewusst viel Freiheit, weil genau dort spannende Dinge entstehen. Anders ausgedrückt: Wir definieren die Haltung – die Künstler*innen füllen sie mit ihrer eigenen Perspektive. 

Gläser, Badeanzüge, Hüte, Flaschenöffner & Co: Mit der Design-Collection bringt Vöslauer Kunst und Gestaltung in Alltagsobjekte. Was ist der Gedanke dahinter? Kunst demokratisieren, Storytelling oder bessere, schönere Produkte – und wie messt ihr danach, ob das aufgeht? 

Die Design Collection verfolgt mehrere Ziele zugleich: Sie bringt Kunst und Design in den Alltag, macht Nachhaltigkeit sichtbar und schafft Produkte, die sowohl funktional als auch ästhetisch sind. Es geht also nicht nur um „schönere Produkte“, sondern um ein Lebensgefühl. Design soll inspirieren, Freude machen und zeigen, dass Nachhaltigkeit und Ästhetik kein Widerspruch sind. Erfolg messen wir dabei nicht nur über Verkäufe, sondern auch über Feedback, Nutzung im Alltag und Markenwirkung.  

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Zwischendurch darf's auch ein Kaffee sein? Die Triester Kaffeerösterei illycaffè sorgt dafür, dass hinter diesem Moment eine große Idee steht: Kaffee so anzubauen, dass Böden sich regenerieren und auch künftige Generationen mit gutem Gewissen Kaffee genießen können.

Wenn ein Hotel sagt: „Wir wollen auch Kunst unterstützen“ – was wären deine 3 Learnings für Kuratierung, Budget, Briefing und Prozess nach 14 Sondereditionen und zahlreichen Design-Produkten? 

Entscheidend ist zunächst eine klare Haltung: Bevor über Budgets gesprochen wird, sollte definiert sein, wofür man als Marke steht und welche Art von Kunst tatsächlich dazu passt. Darauf aufbauend braucht es eine bewusste und präzise Kuratierung, denn nicht jede gute Arbeit fügt sich automatisch in den eigenen Kontext ein – entscheidend sind ein stimmiges Verständnis von Stil, Tonalität und Zielgruppe. Gleichzeitig funktioniert Zusammenarbeit mit Kreativen am besten als Dialog: mit ausreichend Raum für Ideen, aber auch klaren Leitplanken, die Orientierung geben. Am wirkungsvollsten wird Kunst schließlich dann, wenn sie nicht als dekoratives Element gedacht ist, sondern als integraler Bestandteil der Markenidentität.

Visionär*innen