Ein Jahr nach der Eröffnung zieht Sebastian Kuen Bilanz. Das Niedermair Nature Retreat in Partschins zählt inzwischen zu den drei besten Naturhotels Südtirols, die internationale Nachhaltigkeitszertifizierung steht kurz vor Abschluss und in der begrünten Fassade summt und brummt es. Doch am meisten freut den Gastgeber etwas anderes: Viele Gäste kommen heute ganz bewusst wegen des Hotels.
Top-3-Platzierung beim Connoisseur Circle, internationale GSTC-Zertifizierung, tägliches Yoga, regionale Naturkosmetik, neue Produzent*innen aus dem Vinschgau und ein Energieverbrauch, der trotz größerem Gebäude kaum gestiegen ist: Im Niedermair Nature Retreat hat sich seit der Eröffnung viel getan. Kein Grund für Gastgeber Sebastian Kuen, sich zurückzulehnen. „Unsere Vision ist noch lange nicht zu Ende“, sagt er. „Wir arbeiten Schritt für Schritt weiter.“
Auszeichnung für das Niedermair Nature Retreat
Auszeichnungen sind mehr als eine schicke Plakette in der Lobby. Im April wurde das Niedermair Nature Retreat vom Connoisseur Circle zu einem der drei besten Naturhotels Südtirols gewählt. Und schon folgt der nächste große Schritt: „Unsere internationale GSTC-Zertifizierung steht kurz vor dem Abschluss.“ Darauf aufbauend soll laut Sebastian das Nachhaltigkeitslabel Südtirol Level 3 folgen.
Wie viel Wasser verbraucht ein Gast pro Nacht? Und wo entstehen Transportwege? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich Sebastian aktuell intensiver denn je. „Wir wiegen, wie viel Glas wir recyceln“, erzählt er. „Neu ist, dass wir bestehende Prozesse verschriftlichen. Das hilft, noch genauer hinzuschauen.“ Für den jungen Hotelchef sind solche Auszeichnungen vor allem eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. „Viele Dinge sind für uns selbstverständlich, aber eine Zertifizierung fordert einen dazu auf, sie weiterzuentwickeln.“
Warum der Neubau in Partschins weniger Energie braucht?
Besonders erfreulich: Trotz Erweiterung ist der Energieverbrauch kaum gestiegen. Das Gebäude ist rund ein Viertel größer, benötigt aber dank moderner Technik und guter Dämmung kaum zusätzliche Energie. „Die Zimmer müssen wir fast nicht heizen“, sagt Sebastian. „Das hätte ich ehrlich gesagt selbst nicht erwartet.“
Was allerdings mehr wird, ist das Grün. Die bepflanzte Fassade sprießt: Rosmarin, Lavendel und Jasmin duften im Sonnenschein um die Wette. Das freut nicht nur die Gäste, die auf ihren Balkonen im Schaukelstuhl entspannen, sondern auch die fleißigen Bienen, Schmetterlinge und Hummeln. „Viele haben uns geraten, auf Details zu verzichten“, erinnert sich Sebastian. „Auf die Pflanzen, die Holzfenster oder andere aufwendige Elemente. Heute bin ich froh, dass ich meinen Sturschädel durchgesetzt habe.“
Mehr Yoga, Saunaaufgüsse und Naturwellness im Nature Retreat
Nicht nur Sebastian, auch seine Schwester Barbara hat sich erfolgreich durchgesetzt: Der lässige Yogakubus hat einen der schönsten Plätze des Hotels bekommen. Hier bietet sie jetzt fast täglich Yoga-Sessions an. Also: Augen auf, Innenschau kann warten. Dein Blick schweift über Wein- und Apfelgärten hinein ins Etschtal.
Augen schließen kannst du dann nach dem Yoga-Workout: Aromaölmassage, Apfel-Hagebutte-Packung oder Latschenkieferbad. „Seit Kurzem haben wir unser Angebot mit der Naturkosmetiklinie von Team Dr. Joseph aus Bruneck ergänzt“, erzählt Sebastian. „Regional, Bio-zertifiziert und seit vielen Jahren konsequent nachhaltig – das passt zu uns.“
Neu sind auch die vier geführten Saunaaufgüsse pro Woche, die die Saunameister*innen Jakob, Helene und Susi den Gästen im Nature Retreat bereiten. Sie setzen bewusst auf klassische Aufgüsse mit natürlichen Düften. „Wir hatten schon fünfzehn Gäste gleichzeitig beim Aufguss“, erzählt Sebastian. „Da war ich froh, dass wir die Sauna groß genug geplant haben.“
Von Südtiroler Wildkräutern bis Naturwein
Auch kulinarisch entwickelt sich das Niedermair konsequent weiter. Das große Ziel bleibt bestehen: Langfristig sollen 80 Prozent der Lebensmittel aus der Region stammen. Ein wichtiger Schritt sind neue Partnerschaften mit lokalen Produzent*innen. Die Sozialgenossenschaft Vinterra aus Mals liefert regelmäßig Gemüse und Kartoffeln. Zum Frühstück gibt es offene Kräutertees der Kräuterrebellen statt klassischer Teebeutel. Fürs Dinner sammelt Küchenchef Markus Holzer Wildkräuter und essbare Blüten in der Umgebung.
Dazu schmecken die Naturweine von Bruder Johannes und Vater Hans-Peter. Müller-Thurgau, Weißburgunder, Kerner und seit Kurzem auch ein eigener Rosé entstehen direkt am Hof. In einem kleinen Shop finden Gäste jetzt Spezialitäten aus der Region. Neben selbstgemachtem Wein und Apfelsaft stehen dort Marmeladen, Honig und das geschnitze Deko-Apferl aus Südtiroler Apfelholz im Regal. „Wir möchten zeigen, wie viel Qualität direkt vor unserer Haustür entsteht“, sagt Sebastian.
Die nachhaltige Vision wächst weiter
„Wir sind sehr zufrieden mit der ersten Saison“, blickt Sebastian nach einem kurzen Spaziergang zufrieden auf sein Werk. „Wenn ich hochschaue und sehe, wie sich die Landschaft in den Glasflächen spiegelt und das Lärchenholz im Abendlicht leuchtet, denke ich mir: Wir haben alles richtig gemacht.“ Mit dem Neubau hat sich nicht nur das Haus verändert, sondern auch die Gäste. Das Publikum wird vielfältiger. Neben langjährigen Stammgästen reisen zunehmend Menschen an, die sich bewusst für Design, Nachhaltigkeit und achtsamen Tourismus interessieren. „Unsere Vision ist noch nicht zu Ende“, sagt Sebastian. „Wir bleiben dran.“
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Niedermair Nature Retreat
26 Zimmer, zwei Suiten, vier Apartments
Ab 145 Euro pro Person/Nacht im DZ
Aperitivo-Terrasse mit Traumblick
Panorama-Außenpool und Innenpool
Yogaraum und geführte Yogastunden
neuer Adults-only-Wellnessgarten mit Sole-Whirlpool und Saunalandschaft
Bio-Weine vom eigenen Weinberg
Partschinser Waalweg