Vom Umweltzeichen über faire Mitarbeiter*innenprogramme bis zu Slow-Food-Kochaktionen für soziale Einrichtungen: Im Hotel Gilbert zeigt sich Nachhaltigkeit auch im Umgang miteinander. Hinter der begrünten Fassade des Hauses schlägt ein Herz, das weiß, was zählt: die Menschen.
„Darüber muss ich doch nicht reden, oder?“ Wenn Astrid Kahl-Schaban über gleiche Bezahlung, faire Arbeitszeiten oder Entwicklungsmöglichkeiten für ihr Team spricht, klingt es fast so, als wäre all das selbstverständlich. Ist es aber nicht. Schon gar nicht in der Hotellerie. Und genau deshalb lohnt es sich, darüber zu reden.
Erfolge sichtbar machen: Das Umweltzeichen als Meilenstein
Was im Hotel Gilbert schon seit seiner Eröffnung 2021 gelebt wird, ist jetzt auch offiziell: Im vergangenen Jahr wurde das Haus mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Ein aufwendiger Prozess, der zeigt, wie ernst es dem Team ist. „Mit viel Einsatz haben wir Daten erhoben, Prozesse geprüft und Strukturen dokumentiert“, erzählt Hoteldirektorin Astrid Kahl-Schaban. Ein enormer administrativer Aufwand, aber einer, der sich lohnt. Denn das Umweltzeichen macht nach außen hin sichtbar, was im Gilbert längst Teil des Alltags ist: ein bewusster Umgang mit Ressourcen.
Offiziell überreicht wurde die Urkunde am 27. März 2026 von Minister Norbert Totschnig und Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Start-ups und Tourismus (l. u. r. außen)
Nachhaltigkeit messbar machen: Auf Umweltzeichen folgt ESG-Bericht
Die Gold-Zertifizierung im Rahmen des SDI*Ratings der ÖHV (Österreichischen Hotelvereinigung) war erst der Anfang, das Umweltzeichen die nächste logische Errungenschaft. Heuer geht das Gilbert noch einen Schritt weiter: „Wir werden 2026 freiwillig einen ESG-Report erstellen.“ Der Bericht legt die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens in Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsfragen offen und ist bisher nur für große Unternehmen Pflicht. Ein klares Signal, dass das Hotel Gilbert seine Vorreiterrolle ernst nimmt – vor allem, was seinen Umgang mit Menschen betrifft.
Wieso im Hotel Gilbert der Mensch zählt
Außen und innen hui. In der Breite Gasse am Wiener Spittelberg beginnt Nachhaltigkeit nicht bei der grünen Fassade, sondern beim Umgang miteinander. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ja selbstverständlich. Aber Überstunden vermeiden und Arbeitszeiten gemeinsam gestalten – das gibt’s in der Hotellerie nur selten. Begeistert ist Astrid vom Lehrlingsaustausch. Im letzten Jahr war ein Lehrling aus dem Hotel Hochschober in Wien, ein Gilbert-Lehrling in Kärnten. „Heuer machen wir etwas Ähnliches.“ Einen ihrer Lehrlinge lässt sie dieses Jahr sogar noch weiter ziehen: „Er darf in einem lässigen Hotel in Belfast Auslandserfahrung sammeln.“ Warum sie das tut? „Es ist doch wichtig, zu zeigen, was Gastronomie für ein toller Job sein kann. Ich will junge Leute für die Branche begeistern!“
Wie das Hotel Gilbert faire Arbeitsbedingungen und Teamkultur stärkt
Dazu kommen Benefits, die bleiben: eine freiwillige Zukunftssicherung von 300 Euro pro Jahr, eine sechste Urlaubswoche für Mitarbeitende, sobald sie fünf Jahre im Team sind. Regelmäßige Trainings und echte Entwicklungsmöglichkeiten. „Wir wollen unseren Mitarbeitenden nichts aufzwingen“, sagt Astrid. „Wir fragen, was sie brauchen und in welche Richtung sie sich entfalten wollen.“ Wer gut geschult ist, will Verantwortung übernehmen und hat Freude an der Arbeit. „Ein glückliches Team ist die Grundvoraussetzung für gute Stimmung in einem Haus.“
Die Tagesstätte St. Pölten, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung, wurde beim Charity Event „Genuss und Wein" unterstützt.
Parvin Razavi kocht gemeinsam mit den in der Tagesstätte betreuten Personen.
Soziales Engagement: Erdäpfelgulasch von der Haubenköchin
Die Freude, die Mastermind Parvin Razavi am Schaffen kulinarischer Außergewöhnlichkeiten hat, dürfen nicht nur die Gäste im &flora erleben. Seit über zwei Jahren steht Parvin einmal pro Monat in der Küche der Caritas. Dort kocht sie mit ihrem Team für rund 100 Gäste im Tageszentrum. Dazu kommen Kooperationen mit dem Neunerhaus, den Special Olympics oder der Tagesstätte St. Pölten, wo gemeinsam mit Menschen mit Behinderung gekocht wird.
Aktuell beteiligt sich das Gilbert an der Initiative „Herz am Herd“, einer Cooking-Roadshow des Roten Kreuzes. Schon mal Erdäpfelgulasch von der Haubenköchin probiert? Das wird dabei nämlich zugunsten der Team Österreich Tafeln eingerext. Dabei geht es nicht allein um Spenden, sondern vor allem darum, Zeichen zu setzen.
Wie schmeckt im &flora Kulinarik mit Herz?
Parvin Razavi kocht – wenn sie nicht gerade im Gulaschtopf rührt – am liebsten bunt und raffiniert: Ihre Küche ist inspiriert von orientalischen, japanischen und österreichischen Einflüssen. Der Star am Teller ist Gemüse, regional, saisonal, möglichst bio und von regionalen Produzent*innen. „Wir sind stolz, jetzt auch Teil der VeganWelcome Vereinigung zu sein”, sagt Astrid. Außerdem ist das &flora Slow-Food-zertifiziert und mit dem „Gaumen Hoch“-Label ausgezeichnet.
„Transparenz wird künftig noch zentraler werden”, erklärt Astrid Kahl-Schaban. Woher die Produkte kommen, steht auf der Karte: Krautwerk, Dirndl am Feld, Öfferl, Grünzeug vom Feld. Biohof Riedl liefert die Eier, Biohof Figl den Emmer. Die Schwammerl sprießen in feuchten Kellerräumen der Wiener Leopoldstadt – bei den Pilzbrüdern. „Und wir werden unsere Zusammenarbeit mit Demeter-Betrieben ausbauen – wie zum Beispiel aktuell dem Wurzerhof.“
Stadt, Natur & Kreisläufe: Begrünung mitten in Wien
Dass grünes Denken im urbanen Raum funktioniert, zeigt das Gilbert von Beginn an mit seiner üppig wuchernden Fassade. „Allein im letzten Jahr haben wir rund 700 neue Pflanzen gesetzt.“ Hirschzungenfarn, Immergrün, Purpurglöckchen und Kriechspindel kühlen das Gebäude und die Umgebung, binden CO₂ und bringen Biodiversität und flatternde Vielfalt in den siebenten Bezirk.
Die hauseigenen Bienenvölker summen und sammeln inzwischen bei einem Imker in Salzburg – dem Vater einer Mitarbeiterin. Für Astrid Kahl-Schaban und ihr Team ist das Meiste so selbstverständlich, dass sie vergessen, es zu erwähnen: „Zum Glück zeigt sich Nachhaltigkeit nicht nur in Zahlen, sondern in unserem täglichen Handeln.“
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