Peter Pichler mit einer Schlüssel voller Gartenkräuter
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Natürlich wachsen im Molzbachhof

Hotelnews

Konstant und vorsichtig setzen die Pichlers im Molzbachhof Schritte hin zu noch mehr Nachhaltigkeit. Die young generation packt mit an und bringt im Wechselland selbst schon Dinge mit ins Rollen. Eine Geschichte von Radieschen und Sauna-Beeten, von fünf neuen Holzzimmern und von der Geburt eines Kalbes.

Franziska Riedl

Der Molzbachhof im Wechselland gehört aus vielen guten Gründen zu den nachhaltigsten Hotels in Österreich: Ein energieautarkes Vollholzhaus mit eigenem Ökostromkraftwerk. Dampfreinigung im gesamten Hotel. Eine unfassbar gute, naturnahe Küche, die sich von der Umgebung nur das nimmt, was diese gerade hergibt. Als Kitt rundherum eine visionäre Familie mit einer nachrückenden young generation, die von ihren Eltern und Großeltern den achtsamen Umgang mit der Umwelt lernt.
Es ist ein Bilderbuch-Szenario durch und durch. Da kommt ganz automatisch die Frage auf: Geht da wirklich noch mehr? Peter Pichlers kurze Antwort ist: Ja, immer! Die längere Antwort geht ein Stück tiefer. Sie hat mit seinen Kindern zu tun. Und mit der Geburt eines Kalbes…

Photovoltaikanlage und Warmwassertrockner

Nachhaltiges Wachstum ist gerade das große Stichwort bei den Pichlers im Molzbachhof. In den letzten Monaten veränderten Peter und Nina viel in ihrem Hotel. Eine neue Photovoltaikanlage leistet jetzt einen weiteren wichtigen Beitrag zur Energieautarkie des Hauses. In der hoteleigenen Wäscherei wurde voll auf Warmwasser-Trockner umgestellt: „Weil ein gewöhnlicher Trockner brutal viel Strom verbraucht“, sagt Peter. Der Hotelier erklärt, dass die beiden Warmwassertrockner ihre Wärme mittlerweile komplett aus dem heißen Wasser der eigenem Ökostromanlage speisen. Somit konnte der Stromverbrauch des gesamten Hotels nochmal drastisch gesenkt werden.

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Drei neue Saunen, ein lebendiger Garten, fünf neue Holzzimmer

Während Peter über die letzten Veränderungen im Hotel berichtet, steckt er schon mitten im nächsten Projekt drinnen: dem Umbau der Wellness-Area. „Wir fangen gerade erst mit dem Umbau an“, sagt er. „Fertig wird dann alles Ende 2024“. Dann wirst du in drei neuen Ruheräumen lesen und relaxen. Wirst in drei neu gestalteten Saunen schwitzen, vor jeder entsteht ein kleiner Garten, auf ihren Dächern werden Kräuterbeete wachsen – ein „lebendiger Garten“ entsteht.
Auch fünf neue Holzzimmer wird das „Holzbach“, der modernen Zubau des Molzbachhof, bis Ende des Jahres bekommen. Wie das Vollholzhaus werden auch sie gänzlich ohne Chemie, ohne Beton und ohne einem einzigen Nagel errichtet. Von denselben regionalen Handwerkern, die schon beim großen Umbau 2017 mit angepackt haben.

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Molzbachhof: Blick auf Pool und Holzhaus
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Change Maker Hotel Molzbachhof
© Heldentheater
Die nächste Generation

Als Gast merkst du von all dem aktuell recht wenig. Stattdessen ziehst du deine Längen im Outdoorpool. Streifst barfuß durch den idyllischen Garten und versuchst dir die Namen aller Kräuter einzuprägen, die dir die kleinen Täfelchen neben jeder Pflanze verraten. Vorm Abendessen wirfst du einen Blick durchs gläserne Guckloch in die Küche hinein. Du siehst, wie dein Essen entsteht und entdeckst vielleicht ein, zwei kleine Team-Member, die hier, inmitten der Traube der Küchen-Crew, ganz selbstverständlich Karotten schälen und Knödel formen. Es sind Jonas und Nora, die Kinder der Pichlers.

Molzbachhof – Auszeit bei den Naturtalenten

Das Naturhotel wurde um einen Paradiesgarten herum geplant, im Vollholzzubau steckt kein einziger Nagel, der Molzbachhof im Wechselland ist energieautark. So geht Familie Pichler mit Ressourcen um, damit sie für viele Generationen reichen.

Vorleben, Vorzeigen, Mitnehmen

Steht die next generation also schon in den Startlöchern?, fragen wir den Hotelchef. „Noch nicht“, sagt Peter. Dafür sei es noch zu früh. Wichtiger ist ihm, dass er den Kindern den respektvollen Umgang mit der Natur vorlebt und sie jetzt schon einbindet, wo es geht. So pflanzen die drei gemeinsam Radieschen im Garten an und rupfen sie zur Ernte wieder heraus. Er lernt ihnen, dass Essen mit Arbeit verbunden ist. „Dass das Fleisch am Teller mal ein Tier war, wissen sie. Und, dass der Strom aus der Steckdose was kostet“, sagt Peter.
Erst letzte Woche teilen die drei ein ganz besonderes Erlebnis miteinander: Eines Morgens klingelt Peters Handy, die Nachbarin ist dran, eine Bäuerin, von deren Hof die Pichlers auch das Fleisch für ihre Restaurants beziehen. Sie sei ganz alleine am Bauernhof und benötige rasch seine Hilfe bei der Geburt eines Kalbes. Peter hechtet hinüber in den Stall und hilft dabei das „Keiberl heraus zu ziehen“. Es ist seine erste Kuhgeburt. Nachdem das Kleine gut versorgt ist, geht Peter zurück ins Hotel und holt seine Kinder. Gemeinsam begrüßen sie das frisch geborene Kalb noch einmal.

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Change Maker Hotels Molzbachhof
© Joerg Lehmann
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Change Maker Hotel Molzbachhof Nina Peter Pichler
Foto: Michael Reidinger
Von den Pichler-Kindern lernen

Die Geschichte ist nicht nur berührend. „Genau solche Erfahrungen prägen die Kleinen“, sagt Peter. Die Kuh-Geburt genauso wie das Radieschenpflanzen und das Brotbacken. Und auch für das Thema Stromsparen sind die Kinder durch die Arbeit ihrer Eltern im Hotel sensibilisiert. „In Jonas’ Klasse wissen mittlerweile alle, dass es auch Hackschnitzelheizungen gibt“ sagt Peter. Die Kleinen lernen im Hotel natürliche Kreisläufe kennen und tragen ihr nachhaltiges Wissen hinaus in die Welt. Schon jetzt haben sie einen Impact auf ihre Umwelt. Und ganz egal, ob sie selbst mal Hoteliers werden oder nicht – in die Fußstapfen ihrer Eltern treten sie damit ohnedies.

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